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Aus: Ausgabe vom 24.01.2026, Seite 4 / Inland
Medien

André Scheer verstorben

Berlin. Der Gewerkschafter, Journalist und Kommunist André Scheer ist tot. Er verstarb am 22. Januar 2026 überraschend in Berlin. Scheer war zuletzt Bundesschiffahrtssekretär der Gewerkschaft Verdi. Von 2009 bis 2019 war er Redakteur dieser Zeitung und leitete ab 2011 bis zu seinem Ausscheiden das Ressort Außenpolitik. André Scheer wurde am 30. März 1972 in Hamburg geboren. In der Familie politisiert, schrieb er schon früh Texte für die DKP-Zeitung UZ. Ein Studium der Geschichte, Politikwissenschaften und Romanistik in Hamburg brachte er wegen seines politischen Engagements nicht zum Abschluss. Von Anfang an verfolgte Scheer die Entwicklung der »Bolivarischen Revolution« in Venezuela und arbeitete ab 2004 an der venezolanischen Botschaft in Berlin. Von dort wechselte der journalistisch Begabte zur jW. Schon nach zwei Jahren übernahm er die Leitung des Ressorts Außenpolitik, das er mit sicherer Hand und klarer Haltung führte. Hier prägte Scheer mehrere Generationen von jW-Redakteuren und -Autoren. Nach zehn erfolgreichen Jahren zog es ihn zur Gewerkschaft Verdi, wo er zunächst im Bereich Handel tätig war und schließlich als Sekretär die Schiffahrt verantwortete. Auch hier erwarb er sich großes Ansehen. Scheer verfasste fünf Bücher, darunter drei über die Präsidentschaft von Hugo Chávez und die »Bolivarische Revolution« sowie eines über Ernesto Che Guevara. 2023 erschien von ihm im Verlag 8. Mai mit »Klassenkampf im Äther« eine deutsche Rundfunkgeschichte. Ein Nachruf folgt. (jW)

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