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Sprache

Unwort des Jahres

Der Begriff »Sondervermögen« ist zum »Unwort des Jahres 2025« gekürt worden. Das gab die Jury am Dienstag in Marburg bekannt. Der Gebrauch des ursprünglich aus der wirtschaftlichen und juristischen Fachsprache stammenden Begriffs verdecke, was mit ihm gemeint sei – nämlich die Aufnahme von Schulden, erklärte die Jury zur Begründung ihrer Entscheidung. Der im vergangenen Jahr vermehrt im öffentlich-politischen Sprachgebrauch verwendete Begriff habe »sehr deutlich die politischen Debatten über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme« geprägt, hieß es weiter. Im Fachdiskurs meine »Sondervermögen« einen Nebenhaushalt, der zur Erfüllung bestimmter Aufgaben eingerichtet werde und mit der Aufnahme von Schulden oder einer Kreditermächtigung verbunden sei. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.01.2026, Seite 10, Feuilleton

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  • Joachim Fröhlich aus Kirchseeon 19. Jan. 2026 um 11:44 Uhr
    Wenn Unwörter Politik machen. Wörter machen Leute. Und was machen Unwörter? Unwörter können Misthaufen parfümieren. Wie das »Sondervermögen«, das Unwort des Jahres 2025, in Recht und Gesetz gesetzt von einer Zweidrittelmehrheit im Bundestag, im Nebel des Übergangs von Olaf von Doppelwumms zu Friedrich dem Täuscher. Eine Sprachverhunzung, die der Irreführung dient und damit demokratische Debatten unterminiert, sollte aber nicht mit einer Auszeichnung dekoriert werden. Die Wortsinnverdreher verdienen für ihr hinterhältiges Wortspiel ein Bußgeld in einer Höhe, die den Schulden des Sondervermögens angemessen ist. Das wird dann ausschließlich zum Wohle der Bürger eingesetzt, exakt in diesem Wortsinn. So viel Konsequenz darf sein.
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