U-Haft für Barbesitzer nach Brandkatastrophe in der Schweiz beantragt
Martigny. Nach der Brandkatastrophe in einem Schweizer Skiort mit 40 Toten hat die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft für einen der Betreiber des Clubs beantragt. Die Behörde begründete den Schritt mit der Fluchtgefahr des französischen Inhabers der Bar »Le Constellation« in Crans-Montana, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis an die Nachrichtenagentur Reuters vom Freitag. Dem Schweizer Recht zufolge muss nun ein Gericht innerhalb von 48 Stunden über den Antrag entscheiden. Der Inhaber Jacques Moretti und seine Frau Jessica äußerten sich bei ihrer Ankunft zu einer Anhörung bei der Staatsanwaltschaft in Sitten nicht.
Gegen die beiden läuft früheren Angaben zufolge ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und Verursachung eines Brandes. Die Polizei hatte jedoch am Sonntag mitgeteilt, die beiden Personen seien nicht in Gewahrsam genommen worden, da es keine Anzeichen für eine Fluchtgefahr gebe. Dieser Entscheid hatte in der Öffentlichkeit für Kritik gesorgt.
Die Schweizer Behörden erklärten den Freitag zum nationalen Trauertag. Der italienische Präsident Sergio Mattarella, der französische Präsident Emmanuel Macron sowie Schweizer Regierungsvertreter, Angehörige der Opfer und Feuerwehrleute gedachten bei einer Zeremonie in der Stadt Martigny der Opfer. Landesweit wurde eine Schweigeminute abgehalten.
Das Feuer war in den frühen Morgenstunden des 1. Januar in der Kellerbar ausgebrochen. Als wahrscheinliche Ursache nannten die Staatsanwälte Sprühkerzen, die die Decke in Brand gesetzt hätten. Bei der Mehrheit der 40 Todesopfer handelt es sich um Jugendliche, die jüngsten waren 14 Jahre alt. Zudem wurden 116 Menschen verletzt. (Reuters/jW)
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