Vori Vori
Von Maxi WunderPolitik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie, wie wir seit Frank Zappa wissen, aber nicht nur. Auch der Drogenkartelle. Dieser Tage hat »The Don« mit der Entführung von Venezuelas Staatschef den medienwirksamen Auftakt zu einem bis nach Kanada reichenden Krieg gegen Drogen- und Menschenschmuggelnetzwerke und Geldwäschebanken gegeben. Viele halten das nur für einen Vorwand, um an Venezuelas Ölreserven zu kommen. Statt Dschungellabore und Drogenboote anzugreifen, würde es sich in der Tat mehr lohnen, die City of London ins Visier zu nehmen. Das berüchtigte System des Offshore-Bankings, das von den Briten in den 1960er Jahren in der Karibik installiert wurde, hält zwischen 50 und 75 Billionen US-Dollar. 50 der größten Banken der Welt sind in ihm tätig. Diese Offshore-Zentren sind geheim, unreguliert und erleichtern illegale Aktivitäten.
Wiktor Iwanow, früherer russischer oberster Beamter der Drogenkontrolle, erklärte bei der Konferenz »Alternative Entwicklung für Drogenproduktionsregionen« am 25. März 2014, dass »Narcomoney« die Grundlage des modernen Finanzsystems sei. Die Topbanken der Welt hätten rund 352 Milliarden Narco-Dollar für die Interbankenkreditaufnahme abgeladen, um den kritischen Liquiditätsmangel zu beheben. Die Existenz der globalen Finanzblase basiere letztlich darauf, dass Banken flüssiges Drogengeld anziehen. Dieser Müll dünge das gegenwärtige Wirtschaftssystem, so seinerzeit Wiktor Iwanow.
»Entsetzlich!« findet Doris. »Also, wir sind nicht daran schuld, wir trinken nur Kaffee.« – »Und die Konsumenten von Heroin, Kokain, Ecstasy, Fentanyl, Ketamin etc. können auch nichts dafür, dass Drogen illegal sind«, meint Udo. Ist Geldgier nicht die schlimmere Sucht? So naiv es klingt: Ja. Könnte man der Menschheit diese Wurzel allen Übels ziehen, wäre der Kapitalismus erledigt und die Opiumkriege hätten ein Ende. Und jede und jeder könnte sich das von einer Gourmetseite kürzlich zum besten Gericht der Welt gekürte Vori Vori leisten, eine Maisklößchensuppe aus Paraguay (zufällig ein Transitland für Kokain):
Für die Brühe ein großes Hähnchen in Stücke schneiden und mit zwei Litern Wasser, einer grob gehackten Zwiebel, zwei angedrückten Knoblauchzehen, zwei in Scheiben geschnittenen Karotten, einer Stange Sellerie, zwei Lorbeerblättern sowie Salz und Pfeffer in einen großen Topf geben. Alles zum Kochen bringen, dann bei reduzierter Hitze etwa 45 Minuten köcheln lassen, bis das Hähnchen gar ist. Hähnchen herausnehmen, das Fleisch von den Knochen lösen und in mundgerechte Stücke zerteilen. Die Brühe durch ein Sieb gießen und zurück in den Topf geben.
Den Klößchenteig aus einer Tasse Maismehl, einem Ei, 100 g geriebenem Käse, einem EL Butter oder Schmalz und Salz herstellen. Nach und nach etwa ¼ Tasse Wasser hinzufügen. Kleine Kugeln von ein bis zwei cm Durchmesser formen und diese in die köchelnde Hühnerbrühe geben. Die Klößchen etwa 10 bis 15 Minuten garen, bis sie an die Oberfläche steigen und durchgegart sind. Anschließend das zerkleinerte Hähnchenfleisch zurück in die Suppe geben, alles gut erhitzen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Heiß servieren.
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