Nachschlag: Rauschen
»Sternzeit« ist ein 100-Sekunden-Podcast des DLF. Moderiert werden die Beiträge mit sanfter Priesterstimme vom Physiker Dirk Lorenzen. In den kurzen Folgen führt er – unterlegt mit mystischen Klängen – durch die für ihn wunderbare Welt des Universums. In der Freitagsendung erklärte Lorenzen, warum es gut sei, dass sich das Budget der europäischen Raumfahrtagentur (ESA) auf 22,3 Milliarden Euro erhöht habe. Denn schließlich kümmere sich die ESA um Europas »Sicherheit« (Stichwort: Schutz vor Asteroiden). Für diese Aufgabe bräuchte sie Raketen. Dass fünf Milliarden Euro dieser »Rekordsumme« aus den Schatullen der BRD stammen, lässt die Stimme des Moderators beben. Dass ESA-Weltraumtechnologie aber auch für militärische Zwecke eingesetzt wird, findet mit keinem Wort Erwähnung. Lieber zählt Lorenzen die Namen verschiedener Projekte auf, die alle nach Star Wars klingen. Zeit für ein kritisches Wort wäre allemal übrig gewesen – rauscht doch die Musik knapp 40 Sekunden weiter. (mo)
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