Nachschlag: Schwarze Pädagogik
Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Dieser Satz stammt aus der Bibel und hat selbst in die Verfassung der UdSSR Eingang gefunden. Was aber ist mit Menschen, die unter kapitalistischen Bedingungen keine Lohnarbeit finden oder die ein Schicksalsschlag aus der Normalität reißt? Lea Fauth schildert in ihrer Reportage »Sanktioniert« das Schicksal von Beatrice K., die heute einen Job in einem Museum als Aufsicht hat. Als sie jedoch vor Jahren eine Depression erlitt, wurde sie vom Jobcenter gemaßregelt und gedemütigt. Ihre Lage wendete sich paradoxerweise erst, als eine Gerichtsvollzieherin vor der Tür stand, um die Stromkosten einzutreiben. Diese hatte Mitleid mit K. und verwies sie an eine Beratungsstelle. Etwas naiv fragt Fath: In der Erziehung sind schwarze Pädagogik und Strafen zu Recht seit langem verpönt. Wie kann man da auf die Idee kommen, dass sie gegenüber erwachsenen Menschen helfen? Antwort: Dahinter stehen die Verachtung und der Sadismus der herrschenden Klasse. (jt)
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Leserbrief von Jörg Bräutigam aus Naunhof (19. Januar 2026 um 09:53 Uhr)Hallo, in der Bibel steht nicht: »Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.« Sondern »Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.« (2 Thessalonicher 3,10). Der Satz »Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.« unter Bezug auf die Bibel wird häufig missbraucht, um gegen Sozialhilfeempfänger zu polemisieren. MfG Jörg Bräutigam
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