Nachschlag: Schwarze Pädagogik
Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Dieser Satz stammt aus der Bibel und hat selbst in die Verfassung der UdSSR Eingang gefunden. Was aber ist mit Menschen, die unter kapitalistischen Bedingungen keine Lohnarbeit finden oder die ein Schicksalsschlag aus der Normalität reißt? Lea Fauth schildert in ihrer Reportage »Sanktioniert« das Schicksal von Beatrice K., die heute einen Job in einem Museum als Aufsicht hat. Als sie jedoch vor Jahren eine Depression erlitt, wurde sie vom Jobcenter gemaßregelt und gedemütigt. Ihre Lage wendete sich paradoxerweise erst, als eine Gerichtsvollzieherin vor der Tür stand, um die Stromkosten einzutreiben. Diese hatte Mitleid mit K. und verwies sie an eine Beratungsstelle. Etwas naiv fragt Fath: In der Erziehung sind schwarze Pädagogik und Strafen zu Recht seit langem verpönt. Wie kann man da auf die Idee kommen, dass sie gegenüber erwachsenen Menschen helfen? Antwort: Dahinter stehen die Verachtung und der Sadismus der herrschenden Klasse. (jt)
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