Iran: Heftige Proteste, Internet abgestellt
Nach rund zwei Wochen Demonstrationen ist Iran weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, da die Behörden das Internet abgeschaltet haben. Am Donnerstag soll es jedoch die bis dato größten Proteste gegeben haben. Die Türkei strich am Freitag Flüge von und nach Teheran. Der sogenannte oberste Führer Ajatollah Ali Khamenei warf den Demonstranten in einer Rede am selben Tag vor, im Sinne von US-Präsident Donald Trump zu handeln. Die Teheraner Führung werde nicht tolerieren, dass Menschen als »Söldner für Ausländer« agierten.
Die Proteste waren Ende des vergangenen Monats wegen der steigenden Inflation und der schwächelnden Wirtschaft, die durch die jahrelangen illegalen westlichen Sanktionen in Mitleidenschaft gezogen ist, ausgebrochen. Mittlerweile werden aus allen Provinzen Demonstrationen gemeldet, im Ausland ansässige Organisationen sprechen von Dutzenden Toten. Das staatliche Fernsehen IRIB zeigte am Freitag Bilder von brennenden Fahrzeugen sowie von Bränden in U-Bahn-Stationen und Banken. Es beschuldigte die sektiererische Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin, für die Unruhen verantwortlich zu sein. In mehreren Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Protestteilnehmer in der zentraliranischen Stadt Isfahan den Eingang zum Regionalstudio von IRIB in Brand setzten.
Auch für Freitag haben Exiliraner, wie Resa Pahlawi, der im Exil lebende und vom Westen hofierte Sohn des 1980 verstorbenen Schahs, zu Protesten aufgerufen. Trump erneuerte zudem seine Angriffsdrohung. Einem Treffen mit Pahlawi erteilte er jedoch eine Absage, das sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht opportun, er warte ab, welche Kraft sich im Land durchsetze, sagte er sinngemäß. (jW)
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