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Aus: Ausgabe vom 06.01.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

Kolumbiens Präsident Petro: Wir schweigen nicht

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Auch in Bogotá wurde gegen den US-amerikanischen Überfall auf Venezuela protestiert (3.1.2026)

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro machte am Montag in einem Statement auf X darauf aufmerksam, dass unter den Todesopfern der US-amerikanischen Attacke auf Caracas auch eine kolumbianische Staatsbürgerin ist:

Hört euch die an, die anstoßen, tanzen und applaudieren, weil die Gringos Caracas bombardiert haben, und dabei vergessen, woher wir kommen, dass wir eine ähnliche Flagge haben und dass uns nur der Volkskampf unter der Führung von Bolívar, dem Venezolaner, befreit hat. Nostalgiker, die vor einem König niederknien, weil sie in Kolumbien versklaven und wie in Caracas ihr eigenes Volk ermorden wollen, wie sie es gewohnt sind.

Applaudieren sie, weil eine kolumbianische Mutter getötet wurde? Ist es ihnen egal, weil auch sie eine Kolonie des Nordens sein wollen? Bei den Bombardierungen wurde eine kolumbianische Mutter getötet, die Mutter von Ana, einer Krankenschwester. Sie verkaufte Dinge auf den Straßen von Caracas. Sie stammte aus Cartagena, einst Land der Sklaven und Befreier, der tapferen Widerstandskämpfer gegen die Invasoren, eine afrostämmige Latina, wie viele aus unserem Volk. Donald Trump, auf deinen international illegalen Befehl hin wurde eine unschuldige kolumbianische und karibische Mutter ermordet, die voller Hoffnungen für ihre Tochter war.

Du hast schon mehrere Kolumbianer getötet, Donald. Ich musste den Mord an dem armen Bootsführer aus Santa Marta anprangern, der ersten europäischen Stadt auf dem Kontinent. In ihrem Viertel ohne Dächer lernte ich seine sehr arme Familie kennen. Du hast ihn als Drogenterroristen bezeichnet und deine teuflische Rakete abgeschossen, und er konnte das Geld nicht aufbringen, damit seine Tochter an der Universität studieren konnte. Wir schweigen nicht, wir bringen die freie Meinungsäußerung nicht zum Verstummen, das ist unser Recht. (…)

Mit Waffen haben uns unsere Bauern und befreiten Sklaven ohne Schuhe und fast ohne Kleidung unter dem Kommando von Bolívar (…) das Recht auf Freiheit erkämpft, und frei werden wir sein. Wir ehren die Tochter von Yohana Rodríguez Sierra (…) Möge das karibische Cartagena und hoffentlich auch Kolumbien niemals den Namen dessen vergessen, der ihre Ermordung angeordnet hat. Und die Namen derer in Kolumbien, die die Flagge wechseln und wieder eine Kolonie werden und in die Vergangenheit der Sklavenhalter zurückkehren wollen.

Die Zapatistische Nationale Befreiungsarmee versicherte dem venezolanischen Volk am Montag seine Solidarität:

In den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 drangen Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in venezolanisches Gebiet ein, bombardierten verschiedene Orte des Landes und entführten den Präsidenten und seine Frau. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen damit, ein ganzes Land zu erobern, als Neubeginn der Eroberungskriege des Großkapitals.

Wir beurteilen diese Ereignisse folgendermaßen:

1. Es gibt ein angreifendes Land, die USA, und ein angegriffenes Volk, Venezuela.
2. Das System respektiert nicht einmal seine eigenen internationalen Gesetze, und seine Vorwände für Angriffe werden immer lächerlicher und verschleiern den wahren Grund: Profit.
3. Über Regierungen, Abneigungen und Vorlieben hinweg unterstützen wir das venezolanische Volk und solidarisieren uns im Rahmen unserer Möglichkeiten.

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