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Eurovision Song Contest

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Voriges Jahr hat sich Nemo im Finale des Eurovision Song Contest (ESC) unter anderem gegen eine israelische Sängerin durchgesetzt. Heute ist das dem Schweizer Sangesstar nicht mehr ganz geheuer. Weil auch 2026 wieder ein musikalischer Vertreter Israels an den Start gehen darf, hat die den internationalen Blödel- und Bardenwettstreit veranstaltende Europäische Rundfunkunion bald einen Pokal in der Post. Das sagte Nemo in einem Video, das am Donnerstag bei Instagram gepostet wurde.

Unter uns: Das hässliche Ding in Gestalt eines übergroßen, dafür transparenten antiquierten Mikrophons will man nun wirklich nicht im Wohnzimmer stehen haben. Auch Nemo hatte zuletzt das Gefühl, dass es nicht in sein Regal gehöre. Denn bis in die Schweiz ist mittlerweile durchgedrungen, dass in Gaza einiges im argen liegt, Israel irgendwas damit zu tun hat und deswegen eine Untersuchungskommission der UNO das böse Wort mit G in den Mund nimmt. Der ESC behaupte, er stehe für »Einheit, für Inklusion und für Würde für alle Menschen. Das sind die Werte, die diesen Wettbewerb für mich so wichtig machen«, so Nemo. Da gebe es offenkundig einen Konflikt mit der Entscheidung der EBU, Israel weiter teilnehmen zu lassen.

Wir dachten bislang immer, beim ESC ginge es darum, wer mit Lasershows und musikalischer Batteriesäure am schnellsten die meisten Hirne wegbrutzelt, um nebenbei zu versichern, wie lieb sich alle Völkchen haben, die sich sonst tagein, tagaus an die Gurgel wollen, aber sei’s drum: In einer Welt, die nur mehr aus symbolischen Handlungen zu bestehen scheint, muss man tun, was man tun muss. Zum Beispiel das Regal aufräumen. (pm)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.12.2025, Seite 10, Feuilleton

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