Klänge fürs All
Von F.-B. Habel
Er hat Schlager geschrieben, Musicals auf die Bühne gebracht, den Sound für Kinderhörspielserien entwickelt, jungen Sängerinnen (Esther Ofarim, Daisy Door, Donna Summer) den Weg geebnet und Diven (Zarah Leander, Elisabeth Flickenschildt) ihre letzten musikalischen Erfolge beschert. Er hat Sendungen moderiert, aber im Gedächtnis bleibt Peter Thomas, der heute vor 100 Jahren in Breslau (heute Wrocław) geboren wurde, vor allem als Filmkomponist. Für die Musik von rund 200 Kino- und TV-Produktionen zeichnete Thomas von 1953 bis 2013 verantwortlich, zuletzt in der Reihe »Pfarrer Braun« mit Ottfried Fischer, in der allerdings auch frühere Thomas-Kompositionen recycelt wurden.
Peter Thomas wuchs in Berlin auf, wo er als Jugendlicher Musikunterricht erhielt und als Organist wirkte, ehe er in den Krieg musste. Im Nachkriegsberlin arbeitete er als Barpianist in allen vier Sektoren, war an Kabaretts, darunter »Die Stachelschweine«, als Musiker beteiligt und fand schnell Anschluss an den Film, wo er Musiken für Werner Eisbrenner arrangierte, der ihm ein wichtiger Mentor wurde.
Thomas’ Filmmusiken hatten eine große Bandbreite, von der feinen Satire (»Doktor Murkes gesammeltes Schweigen«, 1963) über Literaturadaptionen (»Amerika oder der Verschollene«, 1969), Dokumentarfilme (»Erinnerungen an die Zukunft«, 1970) bis zu Erkennungsmelodien für Reihen wie »Monitor« und »Der große Preis«.
Seine größten Erfolge hatte er aber bei den Krimis. Von »Die seltsame Gräfin« (1961) bis »Die Tote aus der Themse« (1971) komponierte er Musiken für 15 Adaptionen nach Edgar Wallace. Produzent Horst Wendlandt hielt das Budget niedrig, was Thomas’ Experimentierfreude reizte. Er schuf mit wenig Aufwand ungewöhnliche Effekte, oft mit dem Synthesizer, arbeitete mit Geräuschen, Pfeifen, Lachen, erzielte bizarre Resultate. Der »Jerry Cotton«-Marsch für die gleichnamige Filmreihe wurde ein vielgespieltes Orchesterstück. Mehr als 50 Coverversionen erlebte Peter Thomas mit der Titelmelodie der SF-Serie »Raumpatrouille« (1965/66) über das Raumschiff Orion. Noch heute können sie Scharen von Fans mitsummen.
Den 100. Geburtstag des 2020 verstorbenen Komponisten würdigt das Frankfurter Filmmuseum mit einer Filmreihe und der RBB mit einem musikalischen Programm mit Gästen, das am Nikolaustag zur Hauptsendezeit einen Peter-Thomas-Abend einleitet.
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