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Aus: Ausgabe vom 18.11.2025, Seite 7 / Ausland
Repression Palästina

Gaza Now-Gründer ausgeliefert

Österreich: Palästinensischer Journalist nach Überstellung vor Gericht
Von Dieter Reinisch, Wien
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Weder in Österreich noch den Niederlanden ist Mustafa Ayyash vor Verfolgung sicher (Berlin, 11.10.2025)

Der palästinensische Journalist Mustafa Ayyash soll nach seiner Auslieferung diesen Dienstag oder Mittwoch dem Gericht in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz vorgeführt werden. Dies bestätigte sein österreichischer Anwalt gegenüber jW. Laut Informationen aus dem Umfeld von Ayyash sollen ihm dabei die genauen Vorwürfe, darunter auch neue, vorgelegt werden. Der Journalist hatte als Jugendlicher Gaza Now gegründet. Später entwickelte sich der Social-Media-Account zu einem beliebten Medienunternehmen mit Millionen Followern auf Arabisch und Englisch.

Am Montag morgen war Ayyash aus seiner Einzelzelle im Gefängnis Vught in den Niederlanden abgeholt worden und sollte auf dem Landweg nach Linz überstellt werden. Ursprünglich war von seiner Familie und seinen Anwälten erwartet worden, dass er auf einem der Flüge von Amsterdam nach Wien abgeschoben würde. Seine Ankunft in Linz war nach Redaktionsschluss vorgesehen. Seine Familie befürchtet, dass Österreich Ayyash weiter nach Israel oder in die USA ausliefern könnte.

Im März 2024 hatten die USA ­Ayyash, der auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, auf ihre Terrorliste gesetzt und ihm Terrorismusfinanzierung und Propaganda durch Gaza Now vorgeworfen. Seine Wohnung in Linz wurde von den Behörden durchsucht, in der Folge verließ Ayyash Österreich mit seiner Familie. Am 19. September wurde er am Flughafen Amsterdam festgenommen, als er in Den Haag beim Internationalen Strafgerichtshof wegen seiner Einstufung als Terrorist sowie gegen die Ermordung seiner Familie in Gaza Klage erheben wollte. Mehr als 40 Familienmitglieder waren am 23. November 2023 getötet worden, als die israelische Armee das Wohnhaus von Ayyash bombardierte.

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