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Streeck: Selbstbeteiligung von Patienten gefordert

Berlin. Zum Eindämmen immer höherer Milliardenkosten für die Gesundheitsversorgung fordert der CDU-Fachpolitiker Hendrik Streeck eine Selbstbeteiligung von Patienten. »Während Menschen in Dänemark im Schnitt viermal und in Frankreich fünfmal pro Jahr zum Arzt gehen, suchen Deutsche im Durchschnitt zehnmal pro Jahr eine Praxis auf«, meinte der Bundestagsabgeordnete zur Rheinischen Post (Dienstagausgabe). Hier könne eine moderate, sozialverträgliche Selbstbeteiligung helfen, angebliche »Bagatellbesuche« zu reduzieren. Von den Krankenkassen und aus der Opposition kam Kritik zu Streecks Zumutung.(dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.09.2025, Seite 5, Inland

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  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus Stadum 16. Sept. 2025 um 23:04 Uhr
    Wie ist denn »eine Praxis aufsuchen« definiert? Gibt es unterschiedliche Definitionen in den genannten Ländern? Ich brauche für meine Dauermedikation vier bis fünf Rezepte pro Jahr. Sind das vier bis fünf Praxisheimsuchungen? Einmal pro Jahr muss eine Blutuntersuchung erfolgen, die geschieht durch wirkliches, echtes Personal – jedenfalls das Abzapfen, die Untersuchung selber vermutlich durch einen Automaten. Das Ergebnis kann ich telefonisch oder persönlich in einem Arztgespräch erfragen. Aus der Bibel ist ja bekannt, durch Handauflegen wird geheilt. Wird in Deutschland weniger handaufgelegt als in Dänemark oder Frankreich? Haben die FransösInnen und DänInnen »moderate, sozialverträgliche Selbstbeteiligung« gegen Bagatellbesuche? Kennt Herr Streeck die Antworten? Wahrscheinlich ist er zu dumm, solche Fragen zu stellen.
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