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Festivalfilm

In persona

Das oppositionelle iranische Kino steht bei internationalen Filmfestivals weiter hoch im Kurs. Regisseur Jafar Panahi hatte bereits die Hauptpreise des Filmfests Venedig und der Berlinale gewonnen, nun erhielt er am Sonnabend für »Un Simple Accident« auch die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes. Von Juli 2022 bis Februar 2023 war Panahi im Iran inhaftiert, zuvor lange mit einem Arbeits- und Reiseverbot belegt. Nachdem seine Werke über 15 Jahre ohne ihn auf großen Festivals gezeigt wurden, konnte er dieses Mal persönlich nach Cannes reisen. Gespräche, die er mit anderen Häftlingen geführt habe, seien in den heimlich gedrehten neuen Film eingeflossen, so Panahi. Er erzählt von einer Gruppe ehemaliger Gefangener, die spontan einen Beamten entführen, der sie mutmaßlich in einem iranischen Gefängnis gefoltert hat. Während eines chaotischen Roadtrips diskutiert die Gruppe hitzig, wie und ob sie sich an ihm rächen.

Die 78. Ausgabe des Festivals war geprägt von vielen politischen Diskussionen, etwa über die Politik von US-Präsident Donald Trump. Eine große Zahl von Teilnehmern solidarisierte sich zudem mit der von der israelischen Armee bedrängten Bevölkerung des Gazastreifens.

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Der Große Preis der Jury ging derweil an das Vater-Tochter-Drama »Sentimental Value« des Norwegers Joachim Trier. Der Thriller »O Agente Secreto« des Brasilianers Kleber Mendonça Filho wurde mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Der Film erzählt von einem Akademiker, der während der Militärdiktatur 1977 verfolgt wird. Die Berlinerin Mascha Schilinski erhielt für »In die Sonne schauen« den Preis der Jury, den sie sich mit dem Filmemacher Oliver Laxe teilt. Ihr Drama handelt von vier jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem Bauernhof in der Altmark leben. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.05.2025, Seite 10, Feuilleton

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