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Aus: Ausgabe vom 05.05.2021, Seite 14 / Feuilleton

Veranstaltungen

Kundgebung zum Tag der Befreiung. Vor 76 Jahren wurden die Nazidiktatur in Deutschland und der Faschismus in Europa besiegt. Wir gedenken der Opfer der damaligen Verbrechen und beziehen Position gegen heutige Formen von Faschismus und Rassismus. Sonnabend, 8.5., 15 Uhr, Marburg, Erwin-Piscator-Haus, Biegenstr. 15. Veranstalter: Jugend gegen Krieg, DKP Marburg und andere

»Nie wieder Faschismus! Nein zum ›III. Weg‹«. Demonstration. Feier zum Tag der Befreiung von faschistischer Gewaltherrschaft und gleichzeitige Kundgebung gegen den Aufmarsch der Faschisten des sogenannten III. Wegs. Es gilt, entschieden Verantwortung gegen den Rechtsruck und erstarkende faschistische Tendenzen zu übernehmen. Wehret den Anfängen! Sonnabend, 8.5., 14 Uhr, Siegen, Unteres Schloss. Veranstalter: Antifaschistisches Aktionsbündnis »Siegen gegen rechts«

»Gedenken an den Gräbern der Zwangsarbeiterkinder«. Der Tag der Befreiung am 8. Mai wird von vielen Europäern gefeiert, er ist Teil des kollektiven europäischen Gedächtnisses. Das Gedenken an den Gräbern der Opfer des Faschismus führt uns die Monstrosität dessen vor Augen, was niemals vergessen werden darf und uns mahnen soll. Sonnabend, 8.5., 15 Uhr. Müllheim, Alter Friedhof. Veranstalter: Friedensrat Müllheim

Alle Veranstaltungen finden unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen statt.

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  • Leserbrief von Dr. phil. Dr. oec. sc. Charles André Melis, OdF, Sohn von Widerstandskämpfern, in der Illegalität in Frankreich geboren aus cmelis@gmx.de ( 7. Mai 2021 um 10:19 Uhr)
    In einer Pressemitteilung vom 28. April kündigt das Bezirksamt Berlin-Pankow »drei Gedenkveranstaltungen anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus« am 8. Mai 2021 an: »Bezirksbürgermeister Sören Benn und der Vorsteher der Pankower Bezirksverordnetenversammlung, Michael van der Meer, werden der Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken …« Ich möchte mich dagegen verwahren, in einem Satz mit »Kriegsopfern«, zum Beispiel Roland Freisler und anderen faschistischen Kriegsverbrechern, genannt zu werden. Sie entgingen ihrer gerechten Strafe, indem das von ihnen angezettelten Massenmorden sie selbst auslöschte. Die in der Meldung nachlesbare Verwahrlosung und Verdrehung in bezug auf historische Tatsachen ist unerträglich. Sie zeigt, wie auch bei »Linken« Geschichtsbewusstsein einem fragwürdigen Mainstream folgt. Die Asche meiner Großeltern, Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins – 14 an der Zahl allein in Auschwitz – ist nicht auffindbar, von ihnen gibt es nur eine Inschrift an dem Denkmal in der Amsterdamse Schouwburg für die Opfer der Deportationen. Sie sollten sich für diese unglaubliche Gleichsetzung unverzüglich entschuldigen, ganz abgesehen davon, dass das faschistische Unwesen auch als das benannt werden muss und nicht die der Irreführung geltende Selbstbezeichnung »Nationalsozialismus« deutscher Faschisten gebraucht werden sollte.

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