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Im Marmormonster

Will man da verewigt werden, in der Gedenkstätte Walhalla? Die Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867–1945) hat jetzt jedenfalls einen Platz in der Walhalla erhalten. Eine Büste der Künstlerin wurde am Mittwoch nachmittag im bayerischen Donaustauf in der Nähe von Regensburg enthüllt. Die Kollwitz-Büste stammt vom Hannoveraner Bildhauer Uwe Spiekermann, gefertigt wurde sie aus einem speziellen Marmor aus Südtirol, wie das bayerische Kunstministerium mitteilte. Was hätte die Sozialistin, der die Welt zahlreiche erschreckend realistische Lithographien, Radierungen, Kupferstiche, Holzschnitte und Plastiken verdankt, dazu gesagt, in einer klassizistischen Schädelstätte ausgestellt zu werden, deren Name bekanntlich auf die Lieblingsmythologie der Nazis zurückgeht, die nordische? Der Bayern-König Ludwig I. – offensichtlich ein glühender Odin-Fan – ließ sie von dem Architekten Leo von Klenze bauen, 1842 wurde sie feierlich eröffnet. Heinrich Heine hatte das Regensburger Marmormonster einst als »Walhalla Wisch« verspottet, genützt hat es ihm nix: Seine Büste steht auch dort, seit 2010. Und die von Sophie Scholl. Und nun eben auch die von Kollwitz. So geht’s. (msa)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.06.2019, Seite 10, Feuilleton

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