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Aus: Ausgabe vom 21.05.2019, Seite 11 / Feuilleton
Droste

Drosten

Von Uwe Pätzold

Jetzt im Mai

ist er frei

lange war er nur dabei

Wort für Wort, dicht und dichter

Licht im Dunkel, tausend Lichter

Droste tauchte die Massenverblödung

phänomenale Geistverödung

katastrophalen Abgeschmack

in niemals trockenen Kunst-Wort-Lack

und zeichnete Reime und ihnen entgegen

was immer im Irrsinn der Zeit gelegen

was immer Gewalten aufgerissen –

er glaubte mit Liebe heilen zu müssen

*

Die Liebe war sein Hauptmotiv

und wie es wieder und wider-rief

er liebte, lobte, lebte die Liebe

und labte sich auch im Tal der Triebe

wann immer das Gute es abverlangte

damit es nicht auch noch zu Tode erkrankte

*

Droste war stolz, ein General

seine Truppen, die Worte – sein Futteral

der Degen war scharf, bald unverletzlich

die Treffer sensibel und grundgesetzlich

die Gegner standen in Überzahl

überwand sie wortwörtlich, allemal

der General Dichter namens Drosten

er hat bestanden

er war auf dem Posten

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