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Leserbrief zum Artikel Nach Thüringer Wahldebakel: Hauptsache gegen links vom 08.02.2020:

Zukunftsaufgabe des Bürgertums

Die Überschrift erinnert mich an das letzte Kabarettprogramm von Wolfgang Neuss aus der Mitte der 60er Jahre, bevor er hoffnungsvoll nach Chile ging, wo die Unidad Popular unter Salvador Allende die Wahlen gewonnen hatte. 1973 erlebte er den Putsch Pinochets aus nächster Nähe. Von diesem Trauma erholte er sich nie. Es gelang ihm, in die BRD zu fliehen.
In der letzten Szene des Kabarettprogramms »Das letzte Gerücht« trägt er »Das Gebet einer Nonne« vor: »Herr, gib, dass das größere Übel jenseits der Mauer die immerwährende Entschuldigung dafür bleibt, dass das kleinere Übel diesseits der Mauer wachse und gedeihe.« Danach wiederholte eine sanfte Stimme aus dem Off: »Baldur, komm, Baldur, komm.«
Haben wir noch immer keinen Baldur, oder sind es zu viele? Am Vormittag vor der Wahl des Herrn Thomas Kemmerich zum Thüringer Oberwürstchen hatte sein (ehemaliger) Landsmann Friedrich Merz (aus NRW) bekanntgegeben, dass er im März bei Blackrock aussteige. »Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt?« Und wenn Mami und Papi der SPD aus NRW für Neuwahlen sind, dann doch wohl nur, weil sie nicht wieder für eine gemeinsame Koalition mit der Linken und den Grünen antreten wollen. Oder soll man das nicht so sehen? Meint jemand, SPD und Grüne wollen eine Totalniederlage der CDU in Thüringen herbeiführen? Als bürgerlicher Demokrat hat man doch seine Klassenaufgaben. Dem Volk zu erklären, warum die Partei Die Linke »das größere Übel jenseits der Mauer« war und ist und in der AfD nicht nur »Faschisten« sind, sondern Vertreter einer Wirtschaftspolitik, die von Anfang an das von den Spitzen der deutschen Wirtschaft entwickelte Programm unterstützen, das ist die Zukunftsaufgabe des Bürgertums.
Reiner Schulz, Potsdam
Veröffentlicht in der jungen Welt am 12.02.2020.
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