Leseverständnis und Ausdrucksvermögen »spürbar verschlechtert«: Hochschulverband beklagt Defizite
Berlin. Zum Start der Abiturprüfungen beklagt der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Lambert Koch, mangelnde Kenntnisse von Studienanfängern. Das Abitur bescheinige die Studierfähigkeit zwar formal, in der Praxis garantiere es diese jedoch immer seltener, sagte Koch am Mittwoch dem Münchner Merkur. Es gebe »hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren«. Hochschullehrer konstatierten jedoch »zunehmend eklatante Mängel: Neben unzureichenden mathematischen Vorkenntnissen haben sich auch das Leseverständnis, die Lesebereitschaft und das allgemeine Ausdrucksvermögen insgesamt spürbar verschlechtert«.
Koch warnte vor »freigiebig vergebenen Bestnoten«, die im Studienalltag zu Enttäuschungen führten. »Um die Aussagekraft des Abiturs nachhaltig zu sichern, muss der fortschreitenden ›Noteninflation‹ durch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums Einhalt geboten werden«, forderte Koch. Das Abitur müsse »bundesweit wieder als verlässlicher Nachweis tatsächlicher Leistungsfähigkeit« dienen. Der Hochschulverband versteht sich als Interessenvertretung von Hochullehrerinnen und Hochschullehrern in Deutschland. (dpa/jW)
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