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Aus: Ausgabe vom 19.03.2026, Seite 2 / Ansichten

Widerspenstige Kubaner

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Renitent: Auch Studenten, die sich über ausfallenden Unterricht beschweren, wollen von Lenin nicht lassen (Havanna, 9.3.2026)

Donald Trump will Kuba »übernehmen«, in deutschsprachigen Medien herrscht darob Skepsis: Man möchte Kuba, aber keine Gewalt. Nur in der Neuen Zürcher Zeitung kommt der kubanische Contra José Daniel Ferrer aus Miami mit einem Mordaufruf zu Wort: »Wenn sie Raúl Castro wie Ali Khamenei eliminieren müssen, sollen sie es tun.« Laut Zeitung ist Ferrer ein »Menschenrechtsaktivist«.

Die Welt erinnert dagegen an das Scheitern der von der CIA gesteuerten Invasion in der Schweinebucht vor 65 Jahren und meint: »Es bleibt abzuwarten, ob das Fernziel Washingtons, die Revolutionsregierung in Havanna zu stürzen, dieses Mal von Erfolg gekrönt sein wird. Eine militärische Intervention wie im Iran ist aus den genannten historischen Gründen auf Kuba zunächst nicht zu erwarten.« Auch der Spiegel meint, Trump könne eine neue Kolonie ohne Waffen bekommen: »Er strebe eine ›freundliche Übernahme‹ Kubas an, verkündete er – eine Art US-Protektorat in der Karibik.«

Die Frankfurter Rundschau fürchtet jedoch: »Es war eine Frage der Zeit, wann US-Präsident Donald Trump von einem für ihn weniger erfreulichen Thema wie dem Krieg gegen den Iran ablenkt. Es wäre auch nicht so schlimm, wenn der Egomane wie so oft zuvor lediglich die Schlagzeilen bestimmen will und mit dem Schweinsgalopp durch die politische Agenda die Öffentlichkeit zu überfordern versucht. Doch im Falle Kubas ist es dramatisch, weil Trumps Regierung vor allem mit dem Ölembargo eine ohnehin marode Wirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat.« Die »drohende humanitäre Katastrophe« schere Trump-Regierung und ihre Fans »genauso wenig wie das Völkerrecht«.

Die Taz verteilt streng ungerecht die Schuld auf USA und Kuba, freut sich aber über Insel-»Identität«: »Zivilgesellschaft wird von beiden Seiten nicht mitgedacht und ist vielleicht auch nicht erwünscht. Doch das ist ein elementarer Strickfehler, denn die kubanische Revolution hat zwar ökonomisch wenig Positives für die Menschen gebracht, was allerdings in mehr als sechzig Jahren Revolución gewachsen ist, ist die Identität als Kubanerin oder Kubaner.«

Nur die in Magdeburg erscheinende Volksstimme erwägt, dass Kubaner mitreden wollen: »Donald Trump hält nun die Zeit für gekommen, die widerspenstigen Kubaner vom Kommunismus zu befreien. Tausende Kubaner sind wegen der Entbehrungen und der Unterdrückung geflüchtet. Was aber nicht heißt, dass sich alle Kubaner von Trump erretten lassen wollen. Knechte der Amerikaner waren sie auf der Insel lange genug, das ist unvergessen. Castros Widerstandsgeist lässt grüßen.« (as)

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  • Leserbrief von B.S. aus Ammerland (20. März 2026 um 22:34 Uhr)
    Der Nationalcharakter des weißen Amerikas ist Lug, Betrug und Mord! In der Geschichte der USA gibt es ganze 16 Jahre, in denen mal kein fremdes Land oder Territorium angegriffen und versklavt wurde. Sklavenhandel, Genozid an den Indigenen, gewaltsame Eroberungen von Kuba, Hawaii, Texas, Philippinen usw. Schaut man sich Hollywood-Filme an, sind 90 Prozent dieser Streifen von brutaler Gewalt gekennzeichnet. Und sehr großzügig von Pentagon gesponsert sind viele ihrer Kriegsfilme. Der Ruf der Soldateska muss gewahrt bleiben, das erreicht man durch viel Geld und Kontrolle. Kein Streifen ohne dass die Welt erfährt, nur die Anglo-Amerikaner sind Helden und verteidigen die Freiheit und Demokratie. Aber nur die Freiheit der Reichen und Superreichen, auch ohne Demokratie, wie jetzt zu erleben ist. Russen, Chinesen, Iraner, Kubaner sind Inbegriff des Bösen! So wuchsen bereits Generationen von Big-Mäc Amerikanern heran, die mit der Realität nichts anzufangen wussten. Ebenso ihre britischen Vettern, wo der Hass auf Russen, Chinesen und Muslime bereits mit der Muttermilch aufgesogen wird. Wir erinnern an den Krim-Krieg, die Vergiftung von 30 Millionen Chinesen durch die britischen Opiumkriege! China hat das nicht vergessen. (…) Es wird Zeit, die angloamerikanische Propaganda einer neuen Prüfung zu unterziehen. US-Amerikaner und Briten sind nicht die Freunde, die man sich wünscht. Und uns zu helfen, steht eher auf tönernen Füßen!
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Torsten Andreas S. aus Berlin (19. März 2026 um 12:57 Uhr)
    Abschweifend, aber arrogant und nutzlos: Holarchie nach Arthur Koestler (1905–1983). Ein Holon ist ein Ganzes, das Teil eines Ganzen ist. Kaum gehört, schon in der Knüllablage gelandet, weil klar ist, dass Zellen Bestandteile von Organen sind, die Teile von Körpern/Lebewesen sind usw. Nun reden wir vom Anliegen, diese zehn Millionen kubanischen Insulanischen vollständig auszuhungern, und nehmen die Bandbreite wahr: Anschluss-/Gebietsforderungen Richtung Canada, Grönland und andere, Entführung des Präsidenten samt Gattin in Venezuela, Zolldiktate weltweit, Brachialkrieg in der Golfregion. Und Cuba=Aushungerung. Lauter Holon, also verschiedene Teile des Ganzen. Was fehlt? 1. den Mond, wie gesagt, und 2. die Volksrepublik China zu übernehmen. Wen würde es noch überraschen, wenn wir morgen früh im Radio hören (das musste sein), dass Beijing dem Deal zur Machtübergabe an Herrn Trump bereits so gut wie zugestimmt hat?

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