Nachschlag: Distanzkrieg
Der Titel schon spielt mit dem, was dieser Film zeigen will. Wer Lufthoheit hat, hat Hoheit über das Schlachtfeld, Übersicht und Aufklärung sind Schlüssel moderner Kriegführung. Truppen, deren Aufklärung besser sieht, wo wieviel Feind steht, sind am Sieg kaum zu hindern. Zugleich aber ist, was da durch die Luft fliegt, nicht bloß überwachend. Drohnenkrieg ist menschliches Gewitter, Blitz aus dem Nichts, todbringend von oben. Der Schütze scheint seinen Namen daher zu haben, dass er geschützt ist. Noch nicht mal mehr nur durch luftige Höhe, wie einst der Pilot eines Bombers. Er sitzt, während in Nairobi das Haus explodiert, auf der anderen Seite der Erdkugel in Nevada, Flatscreen flackert, Mouse klickt, seine Augen müssen nicht mal mehr in die Luft, in der sie dann bleiben könnten. Die ganze Perversion des ungleichen Kriegs zwischen Drohne und Mensch wird am Szenario klar. Im Finale stirbt neben ein paar Schurken auch ein kleines Mädchen. Das Auge in der Luft kann nicht, das in der Air Base muss nicht weinen. (fb)
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