Nachschlag: Warme Worte
In der BRD machen sich Klassengegensätze schon im Kleinen bemerkbar. Deutlich wird das in einem Deutschlandfunk Kultur-Beitrag der katholischen Kirche von Montag. Denn während prekär Beschäftigte zum Wochenstart in öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Lohnarbeit pendeln, sinniert das »Wort zum Tage« über abgehobene Lebensfragen, die nur aus dem bequemen Sessel einer öffentlich-rechtlichen Radioanstalt entwickelt werden können. Was wäre, fragt sich der Sprecher der Kurzandacht, als er über die eigene Busfahrt ins Büro spricht, wenn der »brausende« Straßenverkehr stellvertretend für das eigene »Rauschen der Gedanken« stehen würde? Wie könne diese »Rushhour« bewältigt werden? Selbstverständlich über die »Kunst, ganz in der Gegenwart zu sein«. Das bedeute: Die eigene Umwelt müsse neutral betrachtet werden – aus dem Luftverschmutzer Auto werde somit ein Fahrzeug im Straßenverkehr. Spätestens jetzt wird der prekär Beschäftigte ausgeschaltet haben, denn schlechte Arbeitsbedingungen bleiben schlecht. (mo)
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