Zu leise, zu schwierig, zu laut: Wissenswertes über Musiker und ihre Instrumente
Von Marc Hieronimus
Covid-19 hatte mindestens ein Gutes: Seither wird verstärkt musiziert. Das deutsche Musikinformationszentrum hat vergangenes Jahr ermittelt, dass nun ein Fünftel der Deutschen aktiv musiziert; davon singen 40 Prozent, und 80 Prozent spielen ein Instrument oder gar mehrere. Das beliebteste oder zumindest meistgenutzte ist das Klavier, gefolgt von Blockflöte und Gitarre. Das Piano und seine Bediener sind wohl selbst unter Musikern durchweg akzeptiert, was man von keinem anderen gängigen Instrument sagen kann. Die Blockflöte, heißt es zum Beispiel und vielleicht nicht ganz zu Unrecht, klingt am schönsten leise knisternd im Kamin.
Die drei häufigsten Lügen des Gitarristen? »Ich kann meine Gitarre auch ohne Stimmgerät stimmen. Man kann mich nicht hören. Ich habe mich nicht lauter gedreht.« Dabei kann man den Mann an der Klampfe ganz leicht ruhigstellen, man muss ihm nur ein paar Noten hinlegen. Das Ungerechte an dem Ding ist, dass man ewig braucht, um es halbwegs bedienen zu können, und dann stellt man fest, dass jedes Bandmitglied mindestens auch ein paar Lieder darauf spielen kann. Zum Bass gibt es einen schönen Witz: Ein junger Mann will spielen lernen. Erste Stunde: So hält man das Ding, die Saiten heißen E–A–D–G, die rechte Hand macht das. Nächste Woche: Linke Hand, die Lehrerin lässt ihn die ersten Läufe spielen. Zur dritten Stunde taucht der Kerl nicht mehr auf, also ruft sie ihn an: »Hey, was ist los, schon keine Lust mehr?« »Doch, total, aber ich bin im Stress, ich habe jeden Abend einen Auftritt.«
Saxophonspieler werden gerne als Bambuslutscher oder Maul- und Klappenseuche verunglimpft. Von Schlagzeugern sagt man, dass sie die Berufsgruppe bilden, die im Alltag am häufigsten mit Musikern zusammenkommt, man denke nur an »The Animal« aus der Muppet-Show. Wer sich in keinem der dort so gut getroffenen Charaktere wiederfindet und dem Dudeldrang ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn vorzieht, gehört bis zur nächsten Seuche immer noch zur Mehrheit.
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