Nachschlag: Es menschelt auf den Märkten
Börsenfritzen wissen: Balken rot? Verkaufen! Balken grün? Kaufen! Außenstehende lassen dagegen die Phantasie spielen, um sich irgendwie verständlich zu machen, was im Globalcasino gespielt wird. »Was, wenn Gefühle die Kurse treiben?« wirft die am Sonntag ausgestrahlte Folge des Arte-Erklärformats »42 – Die Antwort auf fast alles« auf. Hoffnung darauf, mehr Gewinn erzielen zu können, oder Angst davor, Verluste einzufahren. Denn: »Jeder will Geld verdienen«, weiß eine New Yorker »Analystin«.
Dieser Reflex, »den Markt« zu vermenschlichen, ist allzu menschlich, erklärt aber nicht das System des jederzeit überall hin verschiebbaren Buchgeldvermögens innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde. Des Pudels Kern nähert sich ein Pforzheimer Dozent für solche Dinge: Ein Spekulant sucht für sein Spekulationsobjekt einen Deppen, der bereit ist, noch mehr Geld dafür rüberwachsen zu lassen. Das war damals bei den Tulpenzwiebeln so und ist heute nicht anders. (mb)
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