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Aus: Ausgabe vom 14.02.2026, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Tajine de fruits de mer

Von Maxi Wunder

Mit dem Taxi durch Marrakesch in der Rushhour … Zu Fuß bist du schneller, und die Abgase sind so brutal, dass du sowieso nicht das Haus verlassen kannst. Tust du’s dennoch, bist du abends heiser. Zebrastreifen sind hier Asphaltdeko. Der Marrakescher hat es eilig und weiß, dass er durch Hupen den Verkehr zum Fließen bringt. Nutze daher lieber den Morgen. Die breiten Alleen sind noch frei und luftig, das Atlasgebirge leuchtet sanft in der aufgehenden Sonne. Du findest Ruhe in den Parks. Du! Der du gar nicht hierher wolltest, weil du nicht auf die engen, wuseligen »Souks« stehst, die in jedem Reiseführer als Hauptattraktion angepriesen werden.

Im Norden von Marokko wütet Marta. Das Sturmtief bezieht seine Energie aus warmem Meerwasser. Infolge globaler Erderwärmung steigen die Oberflächentemperaturen der Ozeane, was mehr Stürme und damit intensivere Regenfälle mit sich bringt. Überschwemmungen katastrophalen Ausmaßes sind zur Zeit die Folge und schlagen die Einheimischen in die Flucht. Auch die Urlaubsparadiese der dicken Deutschen in Südeuropa sind bedroht vom Klimawandel. Liebliche Ferienorte versinken unter reißenden Strömen. Die Nichtvorhersagbarkeit extremer Wetterereignisse macht Frühbucherrabatte reizlos. Pauschalreisen gestalten sich zu Abenteuern mit völlig neuen Dresscodes. Ohne Friesennerz und Fellmütze würde ich zum Beispiel keine Afrikatour mehr riskieren.

»Du bist piepelig, Maxi«, kritisiert mich Roswitha, die auch bei 14 Grad Außentemperatur in den Atlantik springt. Sie ist zur Zeit die beste Kundin der Thé-à-la-menthe-Strandverkäufer in Es­saouira. Ich ziehe meine Pudelmütze tiefer ins Gesicht. »Dieses Land ist im Aufwind«, erklärt sie mir, »auch wirtschaftlich. Phosphat fördern sie sowieso, Renault und PSA investieren hier. Erneuerbare Energien kommen dazu, sieh mal!« Neben einem Hügel mit Reitkamelen erstreckt sich in der Ferne ein Wald von Windrädern. Ja, Marokko will nach vorne, nicht nur mit Zitrusfrüchten und Tourismus. Möge sein Aufschwung dem Volk zugute kommen, das so gesunde Speisen kennt wie diese heiße

Tajine de fruits de mer

500 g Meeresfrüchte gut säubern. Zwei EL Olivenöl in einer Tajine (marokkanischer Tondampfkochtopf) oder einem verfügbaren Topf erhitzen. Eine fein gehackte Zwiebel und zwei zerdrückte Knoblauchzehen darin glasig dünsten. Mit einem TL gemahlenem Kreuzkümmel, einem TL Paprikapulver, einem TL gemahlenem Koriander, ½ TL Zimt, einer Prise Safranfäden und etwas frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Einen TL Harissa oder eine klein geschnittene Chilischote hineingeben. Zwei mittelgroße Tomaten reiben oder fein würfeln und mit 100 ml Fischfond oder Wasser in die Tajine geben. Alles gut verrühren und etwa 10 min bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. Die Meeresfrüchte hinzufügen, mit Salz abschmecken und zugedeckt weitere zehn bis 15 min garen, bis auch sie durch sind. Zum Schluss den Saft einer halben Zitrone darüberträufeln und eine Handvoll frisch gehackte Petersilie unterheben. Mit frischem Fladenbrot oder Couscous servieren.

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