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07.02.20261 Leserbrief
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Khan: Schwindende Meinungsfreiheit in BRD
Berlin. Die UN-Sonderberichterstatterin Irene Khan hat vor wachsenden Bedrohungen für die Meinungsfreiheit in Deutschland gewarnt. »Die Meinungsfreiheit in Deutschland schwindet zunehmend und wird durch mehrere negative Trends untergraben«, sagte sie am Freitag in Berlin vor Journalisten. Das Land befinde sich an einem »Scheideweg«. Khan verwies mitunter darauf, dass palästinasolidarischer Aktivismus sowie akademische und künstlerische Freiheit »unangemessen eingeschränkt« seien. Sie kritisierte etwa die Restriktion der Parole »From the river to the sea« als »unnötig und übermäßig weit gefasst«, die Ausladung ihrer UN-Kollegin Francesca Albanese von einer Veranstaltung an der FU Berlin unter Druck von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) als eine »Überreaktion«. Khan war zwei Wochen lang in mehreren deutschen Städten zu Besuch, um die Lage der Meinungsfreiheit zu beurteilen. Ihr Bericht vor dem UN-Menschenrechtsrat ist für Juni angekündigt. (jW)
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Istvan Hidy aus Stuttgart 8. Feb. 2026 um 18:19 UhrErstens: Die schleichende Aushöhlung der Meinungsfreiheit ist kein deutsches Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem des gesamten sogenannten Wertewestens. Unter dem Vorwand von Moral, Sicherheit oder historischer Verantwortung wird der Raum des Sagbaren immer enger gezogen. Wer so tut, als sei Deutschland ein Sonderfall, verkennt die systematische Natur dieser Entwicklung. Zweitens: Es ist bemerkenswert, mit welcher Selbstgewissheit internationale Funktionsträger Demokratien belehren, deren politische und gesellschaftliche Konfliktlinien sie nur aus der Beobachterperspektive kennen. Demokratie bedeutet Selbstbestimmung – nicht permanente externe Nachhilfe. Kritik mag legitim sein, ersetzt aber weder demokratische Verfahren noch gesellschaftliche Aushandlungsprozesse vor Ort. Drittens: Das eigentliche Problem liegt tiefer: Meinungsfreiheit wird zunehmend nicht mehr als Grundrecht verstanden, sondern als Privileg, das nur jenen zusteht, die sich im Rahmen des politisch Erwünschten bewegen. Wer davon abweicht, wird ausgegrenzt, ausgeladen oder sanktioniert. Eine Demokratie, die kontroverse Positionen nicht mehr aushält, verliert jedoch genau das, was sie zu schützen vorgibt: ihre Offenheit, ihre Pluralität und letztlich ihre Glaubwürdigkeit.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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