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Aus: Ausgabe vom 03.02.2026, Seite 2 / Ansichten

Klöckners Medienmeinung

Bundestagspräsidentin sprach mit der Springer-Presse über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Von (ro)
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Am Wochenende hat Bild am Sonntag (BamS) der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) nicht nur Fragen zu eigenen politischen Positionen, sondern auch zu ihrer Kritik an dem angeblich »linken« öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestellt. Unter anderem sagte Klöckner dem Springer-Blatt, sie verteidige diesen, aber er müsse sich »auch Fragen stellen lassen«: nach Effizienz, Neutralität, Ausgewogenheit. Die Medienkompetenz der Bundestagspräsidentin sorgte schon im vergangenen Jahr für ein Rascheln im Pressewald: Klöckner stellte in einer Rede bei einer CDU-Veranstaltung in Koblenz – auf dem Firmengelände des Nius-Geldgebers Frank Gotthardt – das rechte Portal mit der Berliner Taz auf eine Stufe. In ihren Montagausgaben haben sich bürgerliche Medien erneut an ihren Einlassungen abgearbeitet.

Schon am Sonnabend stilisierte Bild das Klöckner-Interview vorab zu einem »Konfrontationskurs« mit öffentlich-rechtlichen Sendern. Der Versuch, »der Bundestagspräsidentin eine Provokation zu entlocken«, sei der BamS allerdings nur »bedingt gelungen«, urteilte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Sonntag abend (Onlineausgabe). Klöckner trage »Eulen nach Athen«, denn es erweise »sich im konkreten Fall leider immer wieder, dass an dem abstrakt gehaltenen Monitum der Bundestagspräsidentin durchaus etwas dran« sei. Zu sehen sei das im vergangenen Jahr »am Beispiel des irren ideologischen Kesseltreibens im NDR gegen die Journalistin Julia Ruhs« gewesen, die es in der Sendung »Klar« gewagt habe, »sich mit dem Thema Anstieg der Gewaltkriminalität durch Zuwanderung zu beschäftigen.« Die FAZ resümierte: »Wählertechnisch« dürfe die »legitime Kritik« am öffentlich-rechtlichen »die reinste Goldgrube für die Konservativen« sein.

Die Welt unkte am Montag über die Debatte um die angeblich »linke Schlagseite« von ARD und ZDF: »Alle paar Monate kehrt sie wieder, und zwar immer nur in dieser Form, denn über eine allfällige rechte Schlagseite beim ÖRR hat vermutlich noch nie jemand so wirklich nachgedacht, wahrscheinlich wegen mangelnder Anhaltspunkte.«

Die Neue Osnabrücker Zeitung kommentierte Klöckners Forderung nach mehr politischer Live-Berichterstattung und Selbstreflexion im ÖRR mit der Frage: »Wer soll das schauen?« »Im Zweifel« würden »viele Zuschauer dann doch lieber der Realität« »entfliehen« und »In aller Freundschaft« oder »Die Rosenheim-Cops« anschalten. Es sei selbstverständlich, dass »ARD und ZDF über Programmstrukturen« reden müssten, »über journalistische Qualität ohnehin«. Ob »die Rundfunkgebühren immer richtig angelegt« seien, »könne man durchaus bezweifeln«, urteilt die NOZ.

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