Klarsfeld-Sohn provoziert mit Abschiebephantasien à la Trump
Paris. In Frankreich sorgt Jurist Arno Klarsfeld, Sohn der Nazijäger Beate und Serge Klarsfeld, mit rassistischen Aussagen ausgerechnet vor dem Gedenktag für die Opfer des deutschen Faschismus am 27. Januar für Empörung. Wenn man ausreisepflichtige Ausländer »loswerden will«, müsse man wie US-Präsident Donald Trump mit der militanten Einwanderungsbehörde ICE »große Razzien organisieren« und versuchen, »möglichst viele Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung zu fassen«, sagte Arno Klarsfeld dem rechten Nachrichtensender CNews. »Man kann das nicht tun, ohne manchmal Ungerechtigkeiten zu begehen«, führte er aus. Klarsfeld griff auf die französische Vokabel »Rafle« zurück, die in Frankreich sofort die Razzien der Nazis zur Deportation von Juden in Erinnerung ruft. Die Kritik, die es von allen Seiten hagelte, wies Klarsfeld zurück: Es sei etwas anderes, ob man jüdische Kinder nach Auschwitz deportiere oder kriminelle Ausländer in ihr Heimatland abschiebe.
Der Franzose Serge Klarsfeld und seine deutsche Frau Beate hatten für die Enttarnung untergetauchter Naziverbrecher wie Klaus Barbie gesorgt. Serge Klarsfeld war als Kind 1943 selbst nur knapp der Razzia entgangen, bei der sein Vater festgenommen und nach Auschwitz deportiert wurde. Beate Klarsfeld wurde weltweit bekannt, als sie Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger 1968 wegen dessen früherer NSDAP-Mitgliedschaft öffentlich ohrfeigte. (dpa/jW)
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