Nachschlag: Zeppelintod
Es sind Fluggeräte einer längst vergangenen Epoche: Zeppeline. Oftmals nur noch Erinnerung daran, wie die Oberschicht in den 1920er und 1930er Jahren über den Wolken zu reisen pflegte. Heutzutage spielen Luftschiffe nur noch eine periphere Rolle, wenn etwa historische Krimifilme à la Agatha Christie eine altmodische Kulisse benötigen. Aber Zeppeline konnten auch anders. Darüber berichtete am Donnerstag das WDR-»Zeitzeichen«, ein Geschichtspodcast im 15minütigen Westentaschenformat. Denn vor 110 Jahren, am 29. Januar 1916, warfen deutsche Luftschiffe im Ersten Weltkrieg zum wiederholten Mal Bomben auf Paris. Doch die kritische Darstellung des schrecklichen Ereignisses – 20 Menschen starben – krankt an ihrer reißerischen Machart und der Verharmlosung des deutschen Imperialismus (»patriotisch aufgeladene Zeit«). Die monumentale Kriegsfilmmusik, die politthrillerhafte Inszenierung und die technische Faszination für die »Distanzwaffe« konterkarieren das Zeitzeichen deutlich. (mo)
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