Nachschlag: Nick Shirley
Der »Investigativjournalist« Nick Shirley ist binnen Wochen zur Galionsfigur der rechten US-Kulturpräger aufgestiegen. Seine Reportage über angebliche massenhafte Veruntreuung von Steuergeldern in »somalischen Kindergärten« im von den Demokraten regierten Minnesota erzielte plattformübergreifend rund 500 Millionen Aufrufe. Anschließende staatliche Untersuchungen fanden keine Belege für den behaupteten Milliardenbetrug. Trotzdem verbreiteten Vance, Trump und Musk das Video. Kürzungen des Kinderbetreuungsfonds waren ohnehin geplant. In seinem einstündigen Interview mit dem Gründer des Youtube-Kanals Channel 5, Andrew Callaghan, entlarvte sich Shirley nun selbst: Seine »Lieblingsmilliardäre«? Trump, Musk und Sachs. Steigende Mieten? Migranten sind schuld. Somalier? »Piraten«, wie bei »Captain Phillips«. Shirley wirkt so unfähig, dass die Veröffentlichung laut Kommentaren »fast ableistisch« erscheint. Er selbst klagte später, »verdummt« worden zu sein; Callaghan veröffentlichte am Dienstag das Rohinterview – es lag nicht am Schnitt. (pn)
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