500 Jahre altes Werk von deutschem Renaissance-Maler entdeckt
Paris. Es schlummerte in einer Holzkiste und stellt sich nun wohl als wahre Kostbarkeit heraus: Nach mehr als 500 Jahren ist nach Angaben einer französischen Galerie vom Mittwoch eine Zeichnung des deutschen Renaissance-Malers Hans Baldung Grien entdeckt worden. Das mit Silberstift gefertigte Frauengemälde stammt demnach aus dem Jahr 1517 und ist seit seiner Entstehung in der elsässischen Familie der porträtierten Susanna Pfeffinger geblieben. Baldung gilt bei Kunsthistorikern als so bedeutend wie eigenwillig. Er wurde berühmt mit Szenen vom Sündenfall, offenherzigen Heiligendarstellungen und drastischen Hexenszenen. Als ein Höhepunkt seines frühen Schaffens gilt der Hochaltar des Freiburger Münsters. Geboren wurde Baldung 1484 oder 1485 vermutlich in Schwäbisch Gmünd. Der Maler, Zeichner und Kupferstecher arbeitete einige Jahre bei Dürer in Nürnberg. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Straßburg, wo er 1545 starb.
Patrick de Bayser von der Pariser Galerie »Cabinet de Bayser« sagte, dass Zeichnungen von Baldung »extrem rar«- Nur wenige davon seien in privaten Sammlungen. Die Familie sei mit der Bitte an ihn herangetreten, das Gemälde zu begutachten. Vom wem es stammte, wussten sie nicht. Nun soll das Werk am 23. März bei Beaussant Lefèvre & Associés in Paris versteigert werden. Kunstexperte De Bayser schätzt den Wert auf 1,5 bis 3 Millionen Euro. Auktionator Arthur de Moras erzählt, dass die Familie in ihrem umfangreichen Familienarchiv über zahlreiche Bilder verfügte. Einige Dutzende davon, von eher entfernteren Vorfahren, waren in einer Holzkiste aufbewahrt worden – unter ihnen auch das Bild, das sich nun als Werk von Baldung Grien herausgestellt habe. (dpa/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Jenseits des Puddingattentats
vom 15.01.2026 -
Die Vermenschlichung der Verhältnisse
vom 15.01.2026 -
Zimmer frei
vom 15.01.2026 -
Schmerz und Beruf
vom 15.01.2026 -
Nachschlag: Schwarze Pädagogik
vom 15.01.2026 -
Vorschlag
vom 15.01.2026