Nachschlag: Ozeanische Gefühle
Eine Art Abschiedsbrief, von Robert Redford verlesen in tiefer Finsternis, am Rande einer doch recht abgründigen Pfütze (Indischer Ozean): »Verzeihung, ich hatte gehofft, ein wenig mehr zu hinterlassen. Sollte aber nicht sein. Alles ist verloren. Ich bitte um Verzeihung.« Bis auf ein, zwei herzliche Flüche sagt Robert Redford ansonsten: nichts. Kunststück, es ist außer ihm ja auch keiner da. Er schweigt also beharrlich, während er die abenteuerliche Idee verfolgt, als 78jähriger allein auf einem Segelboot im Indischen Ozean herumzugondeln. Das Schiff schlägt leck, ein Sturm zieht auf, er findet sich auf dem Rettungsboot wieder. Es folgen Unterwasseraufnahmen eines begleitenden Fischschwarms mit der Silhouette der Unterseite des Bootes am oberen Bildrand. Ein Bild des Erhabenen, zwanghaft ergreifend. Dabei muss man natürlich an Kants berühmten Einwand denken, dass der Anblick des Ozeans keineswegs erhaben zu nennen ist, sondern grässlich. Das ist vielleicht auch nur eine andere Art zu sagen, dass die Natur grausam langweilig ist. (aha)
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