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Aus: Ausgabe vom 03.01.2026, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Sie tut, was sie soll

Zu jW vom 24.12: »Privatperson des Tages: Katherina Reiche«

Ja, was soll sein. Wir sollten doch keine Illusionen haben über den Charakter einer Regierung eines kapitalistischen Landes und der Leitung des Wirtschaftsministeriums darin. Frau Reiche ist genau das, was sie sein soll in einer Administration von Wirtschafts Gnaden. Sie soll sicherstellen, dass die Großindustrie, die Banken, der militärisch-industrielle Komplex zu ihren Profiten kommen, die Eigentümer und die Spitzenmanager ihre Vermögen sichern und vergrößern. Und genau das tut sie in der uns umgebenden Diktatur des Geldes.

Wolfgang Schlenzig, Berlin

Kräfte und Verhältnisse

Zu jW vom 15.12.: »Der erste Anlauf«

Der ausgezeichneten historischen und sozioökonomischen Abhandlung fehlt nur ein Hinweis, wieso diese »große deutsche Revolution« mit einer Niederlage enden musste. Der Ausgang dieser Revolution beweist die Richtigkeit des historischen Materialismus und widerlegt idealistische Geschichtsauffassungen. Die Niederlage hatte ihren wahren Grund darin, dass sich die Produktionsverhältnisse eben nicht idealistisch wegen Ideen, Idealen, einer moralischen Überlegenheit und auch nicht wegen dem Wunsch, ja dem Klassenkampf ausgebeuteter, unterdrückter Klassen, die bestehenden Verhältnisse umzustürzen, ändern. Sondern materialistisch mit der Entwicklung der Produktivkräfte. Wenn diese in Widerspruch zu gegebenen Produktionsverhältnissen geraten, die sie an ihrer weiteren Entwicklung, Entfaltung hindern, verlangt dies andere Produktionsverhältnisse, setzen sich diese auch durch. Das ist die materialistische Grundlage für Änderungen der Produktionsverhältnisse. Ohne diesen Widerspruch kann es nachhaltig keine neuen Produktionsverhältnisse geben. Zur Zeit der Bauernkriege standen die Produktivkräfte noch nicht in einem solchen Widerspruch zu den feudalen Produktionsverhältnissen. Daher konnte der revolutionäre Versuch, diese zu ändern, nur scheitern. Jetzt ist die kapitalistische Produktionsweise noch nicht in einen solchen Widerspruch zur Entwicklung der Produktivkräfte geraten, dass sie diese wesentlich behindert. Die Produktivkräfte sind im Kapitalismus der USA am höchsten entwickelt, entwickeln sich dort ungehindert weiter, im weltweiten Spitzentempo. Daher kann nur eine idealistische Geschichtsauffassung, die im Gegensatz zum historischen Materialismus steht, glauben machen, dass die kapitalistische Produktionsweise nachhaltig jetzt von der sozialistischen abgelöst werden kann. Jetzt kann es daher nur darum gehen, mit politischer Macht sie pragmatisch mit den Interessen der arbeitenden Menschen zu verbinden. Wie in der VR China und der SR Vietnam.

Mitter Albert, Gmunden (Österreich)

Undruckbar

Zu jW vom 24.12.: »Rotlicht: Gold«

Gold ist einerseits eine Ware wie jede andere. Sein Wert misst sich nach dem Quantum an Arbeit, das es braucht, seinen Gebrauchswert herzustellen, also es verfügbar zu machen. Es ist anzunehmen, dass dieser Aufwand in keinem Fall so stark gestiegen ist, wie sein (Dollar-)Preis signalisiert. Vielleicht ist er sogar gefallen? Gold ist andererseits aber auch eine besondere Ware, weil sich an ihm die Werte anderer Waren messen lassen. Und natürlich auch das (Papier-)Geld, der Stellvertreter des Goldes auf dem Markt. Ist es da nicht eher so, dass nicht der Wert des Goldes gestiegen ist, sondern die Werthaltigkeit des (Papier-)Geldes entsprechend abgenommen hat? Das darf nicht verwundern: Dollar-Scheine und Euro-Banknoten kann man in Unmengen drucken, Gold nicht. Die sind längst nicht mehr das, was sie einmal waren: stabile Repräsentanten von Werten. Genau das und nichts anderes signalisiert der ständig steigende Goldpreis wirklich.

Joachim Seider, Berlin

Kompromisse und Anpassungen

Zu jW vom 22.12.: »Keine Ausnahme mehr«

Ich hoffe, die Linke ist noch nicht so weit in der Politik angekommen! Zu viele Kompromisse und Anpassungen. Der Frieden ist die Hoffnung für die Menschheit, die Alternativen hat Herr Rutte klar definiert: »Dafür müssen wir uns über die Bedrohung völlig im klaren sein.« Ein Krieg könnte »von einem Ausmaß sein, wie es unsere Großeltern und Urgroßeltern erlebt haben«. Ich möchte mir die Auswirkungen nicht vorstellen. Schlimmer ist der Sinneswandel der »Grünen«. Frieden schaffen ohne … nein, mit viel, viel mehr Waffen! Mit einer guten KI kann der Mensch noch schneller vergessen.

Frank Kneffel, Querfurt

Stolze Leistung

Zu jW vom 24. bis 26.12.: »Knurrender Magen an Feiertagen«

»…, wieso es in einer der (noch) größten Volkswirtschaften des Planeten überhaupt Institutionen wie die Tafeln geben muss.« Die Frage möge man doch mal den saturierten, zynischen und zutiefst bösartigen Politikern à la Merz, Linnemann, Spahn und Co. stellen. Aber auch die SPD und deren einstigen »Basta«-Kanzler Schröder dabei nicht vergessen, der selbst heute ja noch so stolz ist auf die von ihm geschaffenen größten sozialen Anschläge auf die deutsche Arbeiterschaft in der Geschichte der BRD: Hartz IV und den größten Niedriglohnsektor aller Industriestaaten in Europa. Annähernd 1.000 Tafeln im Jahre 2025 sind die sichtbare Bilanz dessen. Eine wahrlich stolze Leistung!

Reinhard Hopp, Berlin

Nicht viel anders

Zu jW vom 22.12.: »Ach du lieber Totenkopf«

Der FC St. Pauli war, ist und bleibt ein Modeverein für alle Pseudolinken, viele seiner »Fans« wissen nicht einmal, dass ein Ball rund ist. Seine Stadionhymne sollte das »Sozialdemokratische Mailiedchen« sein. Die anderen Bundesligavereine sind auch keinen Deut besser, aber der FC St. Pauli nimmt für sich in Anspruch, er wäre – mitten im kapitalistischen Fußballgeschäft – anders und also besser.

Marian Rose, per E-Mail

Der Frieden ist die Hoffnung für die Menschheit, die Alternativen hat Herr Rutte klar definiert.

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