Besser spät als nie
In der deutschen Filmbranche will eine weitere Organisation mögliche Bezüge zur Nazizeit aufklären. Die Filmförderungsanstalt (FFA) werde eine Studie in Auftrag geben, um Klarheit über die NS-Beteiligung ehemaliger Vorstände und Gremienmitglieder zu erhalten, sagte Vorstand Peter Dinges der dpa. Zuvor hatte die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) bereits eine Studie erstellen lassen, um mögliche Verbindungen von früherem Führungspersonal und Preisträgern aufzuklären. In der Folge wurden 14 Filmgrößen ihre Ehrenmedaillen entzogen, darunter der Filmemacherin Leni Riefenstahl, dem Schauspieler Heinz Rühmann, dem ehemalige Berlinale-Leiter Alfred Bauer und der Schauspielerin Olga Tschechowa.
»Die FFA ist zwar deutlich jünger – 1968 gegründet – aber das war immer noch eine Zeit, in der es NS-Belastungen geben konnte, und wir werden dem auf den Grund gehen«, sagte Dinges. Das schuldeten sie der Öffentlichkeit und sich selbst. Das Institut für Zeitgeschichte soll die Studie erstellen.
Anhand der Untersuchungen der Spio hätten sie festgestellt, dass es Schnittmengen gebe, sagte Dinges, »mindestens bei zwei NS-Belasteten im engeren Sinne«. Das seien Joachim Raffert und Alexander Grüter, die früher im Verwaltungsrat gewesen seien.
Sowohl Transparenz als auch die Übernahme von Verantwortung für die eigene Vergangenheit hätten einen eigenen Wert, auch wenn es vielleicht die Beteiligten nicht mehr gebe, weil sie bereits gestorben seien, sagte Dinges zur Nachfrage nach möglichen Konsequenzen. (dpa/jW)
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