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Journalismus

Peter Arnett gestorben

Der als Berichterstatter aus dem Vietnamkrieg bekannt gewordene Reporter Peter Arnett ist tot. Der frühere AP- und CNN-Korrespondent starb laut US-Medien bereits am Mittwoch im kalifornischen Newport Beach im Alter von 91 Jahren an Prostatakrebs.

Mit seiner Berichterstattung habe er »das Wesen des Krieges erfasst« und Generationen von Journalisten inspiriert, schreibt die New York Times. Der gebürtige Neuseeländer, der mit 17 Jahren die Schule abbrach, habe »Nachrichten geliefert und Regeln gebrochen«. So berichtet das Blatt von einer Anekdote von Anfang der 1960er Jahre. Damals habe Arnett über einen Putsch in Laos berichtet. Weil das Telegrafenamt in der Hauptstadt Vientiane blockiert gewesen sei, sei Arnett in den Mekong gesprungen und nach Thailand geschwommen, um seinen Text zu übermitteln.

Für die US-Nachrichtenagentur AP berichtete Arnett rund ein Jahrzehnt lang von den Schlachtfeldern in Vietnam. 1966 wurde seine Arbeit mit dem Pulitzer-Preis geehrt. Als Kriegsreporter war er auch in Ländern wie Afghanistan, dem Libanon, Angola und El Salvador. Weltweit bekannt machten ihn aber seine Berichte aus dem Irak. Während fast alle westlichen Journalisten kurz vor Beginn des zweiten Golfkrieges das Land verlassen hatten, berichtete Arnett im Januar 1991 live aus Bagdad, während in der Nähe Raketen einschlugen. Arnett interviewte auch den damaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Im Jahr 1997 interviewte er den späteren Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Osama bin Laden. 2007 ging Arnett in den Ruhestand. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.12.2025, Seite 10, Feuilleton

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