Kampfhund des Tages: Gunnar Schupelius
Von Felix Bartels
Ein guter Köter weiß, wen er beißen muss. Nicht seinen Herren, nicht seines Herren Freunde, nicht den Schutzmann. Briefträger, die arbeiten, wo er hinscheißt, schon. Ergriffen vom eigenen Mut nach unten treten ist des Kolumnisten Schupelius Job. Zyklisch langt er nach links, gegen jeden also, der auf seiten der Bedürftigen steht. Springers Blattlinie halt.
Gunnar the Gunner hat sich auf Elif Eralp eingeschossen, Linke-Kandidatin in Berlin. Sie, weiß er, »schielt (…) auf die vielen Ausländer in Berlin und verspricht ihnen das Wahlrecht«, was eigentlich »ein Fall für den Verfassungsschutz« sei. Als Stimmfang im »türkisch-arabischen Einwanderermilieu« deutet er folgerichtig auch Kritik an Israels Feldzug gegen Gaza, den er als Krieg »gegen die Hamas« verharmlost. Im Leitantrag des Landesvorstands, so die Begründung, stehe etwas von »systematischer und im Kern vernichtender Gewalt, die auf Vertreibung« ziele, was – wie immer man zum gedankenlosen Gebrauch des Genozidbegriffs steht – doch offensichtlich eine zutreffende Beschreibung ist.
Und mehr noch. Die Linken »schüren die Stimmung gegen das Eigentum – das ist gefährlich, denn diese Stimmung kann in mörderische Gewalt umschlagen, wie uns die Geschichte lehrt«. Die Geschichte lehrt auch, dass Stimmung gegen Linke mörderisch werden kann. Ökonomie wiederum lehrt, dass es nicht um Eigentum, sondern um Privateigentum geht. Jedes Gut – sei es Rohstoff, Boden, Arbeitsmittel oder Produkt – ist qua Aneignung Eigentum. Enteignung meint den Übergang von einer Hand in eine andere, in diesem Fall von der privaten eines Konzerns in die öffentliche des Landes Berlin.
Ein Szenario, in dem der Mann, der fürs Angsthaben und Wütendsein bezahlt wird, eine »neue junge Rotfront« wittert. Entsprechend schließt er: »Gott bewahre Berlin vor dieser Aussicht!«
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