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Literatur

Boualem Sansal begnadigt

Algeriens Präsident Abdel­madjid Tebboune ist einem offiziellen Gnadengesuch aus Deutschland nachgekommen und hat den inhaftierten Schriftsteller Boualem Sansal begnadigt. Das teilte das Präsidialamt in Algier mit. Sansal war 2011 Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Der Mitteilung zufolge reagierte Teb­boune »positiv« auf das am Montag übermittelte Ersuchen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Demnach gewährte er Sansal aus »humanitären Gründen« einen Sondererlass. Deutschland werde sich um den Transport und die medizinische Versorgung Sansals kümmern, hieß es weiter. Sansal wurde Mitte November vergangenen Jahres bei seiner Landung in Algier festgenommen. Im vergangenen März wurde er zu fünf Jahren Haft wegen Handlungen gegen die nationale Einheit und Sicherheit verurteilt. Er hatte in einem Interview die Ansicht vertreten, dass die marokkanischen Staatsgrenzen während der französischen Kolonialzeit zugunsten Algeriens verschoben worden seien. Steinmeier hatte in seiner Bitte um Begnadigung des Schriftstellers vorgeschlagen, Sansal wegen seines hohen Alters und seines fragilen Gesundheitszustandes nach Deutschland ausreisen zu lassen. Dort könne er medizinisch versorgt werden. Frühere Bitten um Begnadigung aus Frankreich hatte Algier abgelehnt. Sansal ist algerischer und französischer Staatsbürger. Seine Verurteilung war in Frankreich auf scharfe Kritik gestoßen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.11.2025, Seite 10, Feuilleton

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