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Nord Stream: Verdächtiger streikt

Bologna. Aus Protest gegen die Haftbedingungen in einem italienischen Hochsicherheitsgefängnis ist der angebliche Drahtzieher der Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen in einen Hungerstreik getreten. Der 49 Jahre alte Ukrainer verweigere bereits seit dem 31. Oktober die Nahrungsaufnahme, wie dpa am Dienstag unter Berufung auf den Anwalt des Inhaftierten mitteilte. Sergij K. befindet sich seit dem Sommer in Italien in Untersuchungshaft und soll an Deutschland ausgeliefert werden. K. wolle mit dem Hungerstreik auf die Achtung seiner Grundrechte bestehen, erklärte Rechtsanwalt Nicola Canestrini. Zuletzt hatte ein Gericht in Bologna dem Antrag auf Überstellung des Ukrainers an die deutschen Behörden stattgegeben. Canestrini kündigte allerdings an, den Fall erneut vor Italiens Oberstes Gericht zu bringen. Dieses hatte die Auslieferung schon einmal gestoppt, nachdem das Gericht in Bo­logna bereits im September grünes Licht für die Auslieferung gegeben hatte. Falls K. nach Deutschland überstellt wird, würde der Prozess wahrscheinlich in Hamburg stattfinden. Ob er tatsächlich an dem Anschlag beteiligt war, ist dabei ungewiss. Nach deutschen Angaben soll er an einem ukrainischen Kommando teilgenommen haben, das die Gasleitungen von einer Segelyacht aus sprengte. Diese Möglichkeit erscheint aber angesichts der dafür erforderlichen Sprengstoffmenge unwahrscheinlich. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.11.2025, Seite 6, Ausland

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