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Waffenruhe nach Kämpfen in Syrien

Aleppo. In der syrischen Metropole Aleppo sind am Montag abend Kämpfe zwischen Truppen der Übergangsregierung und kurdischen Einsatzkräften ausgebrochen. Dabei soll es zu mehreren Toten und Dutzenden Verletzten gekommen sein. Anzeichen einer drohenden Eskalation hatten sich bereits in den vergangenen Wochen verdichtet. Schon vor Tagen waren die Verbindungsstraßen in die beiden Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafija von der Übergangsregierung gekappt worden. Bulldozer blockierten mit Schutthaufen die Fahrbahnen, und neue Kampfstellungen wurden ausgehoben. Auch an anderen Frontabschnitten Nordsyriens kam es wieder häufiger zu Kämpfen.

Im Zuge des Belagerungszustands riefen die Volksräte der beiden Stadtteile am Montag abend zu einem Protest auf, dem mehrere hundert Menschen entlang der errichteten Blockaden folgten. Wenig später überflogen Aufklärungsdrohnen die Menschenmenge, und Einheiten der Scharaa-Regierung rückten mit Knüppeln und Tränengas vor. Als die ersten Schüsse fielen und die Menge sich zerstreute, begannen Schützenpanzer und Soldaten der dschihadistischen Machthaber vorzurücken; Mörsergranaten wurden auf die kurdischen Viertel abgefeuert. Die lokalen Einsatzkräfte der beiden selbstverwalteten Viertel erwiderten ihrerseits das Feuer. Die Gefechte dauerten bis in die Nacht an.

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In der letzten Zeit wurde der Ton zwischen Vertretern der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und der Übergangsregierung immer schärfer. Grund dafür sind grundsätzlich unterschiedliche Ansichten zu dem Abkommen vom 10. März, das von Übergangspräsident Ahmed Al-Scharaa und dem Generalkommandanten des multiethnischen Militärbündnisses SDF, Maslum Abdi, unterzeichnet worden war. Darin heißt es unter anderem, dass alle zivilen und militärischen Institutionen Nord- und Ostsyriens in die Verwaltung des syrischen Staates einzugliedern seien.

Aleppo galt als Lackmustest für die Umsetzung der Übereinkunft. Im April wurde eine Vereinbarung zwischen den Volksräten der beiden kurdischen Stadtviertel und einem Ausschuss der Übergangsregierung getroffen, woraufhin die jeweiligen Einsatzkräfte ihre Kooperation aufnahmen. Die jetzige Eskalation in Aleppo könnte schwerwiegende Folgen haben. Neben Scharaa drängt nämlich auch die Türkei immer mehr auf eine Militäroperation gegen die autonome Administration. Nach Eintreten einer Waffenruhe am Dienstag morgen kamen Vertreter der Selbstverwaltung erneut mit Scharaa zu Beratungen zusammen. Ergebnisse der Verhandlungen sind noch nicht bekannt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.10.2025, Seite 7, Ausland

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