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Literatur

Die kleine Form

Die Literaturkritikerin und Autorin Maryam Aras erhält den Kurt-Tucholsky-Preis 2025. Das teilte die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft am Donnerstag mit. In der Begründung der Jury heißt es, Aras sei eine Autorin, »deren essayistisches Schreiben die linke Bewegungsgeschichte in Deutschland so neu und global denkt, wie unsere Gegenwart es verlangt: (…) Aras betrat die publizistische Bühne mit ihren scharfen, machtkritischen Analysen von Literatur und deren Rezeptionsmustern im mehrheitlich weißen deutschen Feuilleton, die zeigten, wie politisch engagiert die kleine Form der Rezension auftreten kann. Ihre Literaturkritik zeigt eindrücklich, dass ästhetische und politische Ansprüche eines Texts in ihrer ganzen Verwobenheit ergründet werden müssen. Das sorgfältige Auseinandersetzen mit dieser Gleichzeitigkeit spricht auch aus jeder Zeile ihrer eigenen Essayistik.« Besonders hob die Jury Aras’ in diesem Jahr erschienenes Memoir »Dinosaurierkind« (Claassen/Ullstein) über ihr Aufwachsen in Köln als Kind linker iranischer Oppositioneller hervor. Der Kurt-Tucholsky-Preis wird seit 1995 für herausragende Werke der literarischen Publizistik in Kurzformen wie Essay, Satire und Pamphlet verliehen, die zur kritischen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit beitragen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Frühere Preisträger sind Daniela Dahn, Heribert Prantl, Otto Köhler und Margarete Stokowski. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.09.2025, Seite 11, Feuilleton

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