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15.09.2025
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Spiel’s noch einmal, Siri
Der Musikkonsum eines Menschen verändert sich im Laufe seines Lebens – und im Alter nimmt die Zahl seiner Lieblingslieder ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Portal der Association for Computing Machinery veröffentlichte internationale Studie, die Hörgewohnheiten von mehr als 40.000 Musikfans über einen Zeitraum von 15 Jahren ausgewertet hat.
Teenager hätten viele gemeinsame Lieblingslieder mit Gleichaltrigen, während dies im Alter schwieriger werde – schließlich probiere man später weniger neue Künstler aus. »Die meisten 65jährigen begeben sich nicht auf eine musikalische Entdeckungsreise«, sagte Koautor Alan Said, Professor für Informatik an der Universität Göteborg, laut der Pressemitteilung vom Wochenende.
Grundsätzlich hören jüngere Menschen ein breites Spektrum aktueller Popmusik und orientieren sich stark an Trends. In der Jugend und im frühen Erwachsenenalter erweitere sich so das musikalische Repertoire. Mit zunehmendem Alter verenge sich das Spektrum jedoch, so die Forscher. Der Musikgeschmack werde individueller, stärker von persönlichen Erfahrungen geprägt. »Wenn man jung ist, möchte man alles erleben«, erklärt Said, »aber wenn man erwachsen wird, hat man normalerweise einen Musikstil gefunden, mit dem man sich identifiziert. Die Charts verlieren an Bedeutung.« Schon ab dem mittleren Alter spiele Nostalgie eine große Rolle, berichten die Forscher. Viele Hörer kehrten immer wieder zu Musik aus ihrer Jugend zurück, die den »Soundtrack ihres Lebens« bilde.
Für ihre Untersuchung nutzte das Team Daten eines Musikdienstes. Nutzer dort können angeben, wie alt sie sind und welche Songs sie über Streamingplattformen abspielen. So ließen sich langfristige Trends nachzeichnen. Insgesamt werteten die Forschenden mehr als 542 Millionen Wiedergaben von über einer Million Songs aus. Jüngere Hörer wünschten sich eine Mischung aus aktuellen Hits und älteren Entdeckungen, Menschen mittleren Alters eine Balance zwischen Neuem und Vertrautem – und ältere Nutzer eher maßgeschneiderte Vorschläge, die auch nostalgische Vorlieben berücksichtigen. (dpa/jW)
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