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Buchmarkt

Simulierte Abnutzung

Der Deutsche Bibliotheksverband hat die über Zeitungsanzeigen formulierte Kritik von Autorinnen und Autoren sowie Verlagen am E-Book-Verleih zurückgewiesen. Mit der Kampagne »Fair lesen« werde unterstellt, dass öffentliche Bibliotheken damit den E-Buch-Markt zerstörten. Der Appell beruhe auf Fehlinformationen, hieß es am Montag in Berlin von seiten des Bibliotheksverbandes. »Für jedes E-Book, das eine Bibliothek verleihen möchte, muss sie eine Lizenz erwerben«, schrieb der Verband. Wie bei gedruckten Büchern gelte dabei: »eine Kopie, ein Ausleiher«. Damit sei sichergestellt, dass ein E-Book zeitgleich nur von einer einzigen Person gelesen werden könne. Andere müssten sich auf eine Warteliste setzen lassen. So könne ein E-Book bei Ausleihfristen von zwei bis drei Wochen höchstens 18- bis 26mal im Jahr ausgeliehen werden. Bibliotheken zahlten zudem für die Lizenzen deutlich mehr, und diese seien zeitlich befristet, auch um die Abnutzung von Büchern zu simulieren. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.10.2021, Seite 11, Feuilleton

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  • Hans Gielessen aus Frankfurt am Main 27. Okt. 2021 um 11:56 Uhr
    Die Coronakrise hat die – teils umstrittene: siehe Rechtsstreit um die E-Books! – Digitalisierung der öffentlichen Bibliotheken zum Thema gemacht. Davon profitieren aber nur Nutzer, die sich digitale Endgeräte leisten können. Die Präsenzbibliotheken haben davon leider nichts. Im gesamten Frankfurter Nordwesten – aktueller Stand – stehen nur zwei aufgrund des veralteten Betriebssystems Windows 7 nur eingeschränkt nutzbare Rechner dem Publikum zur Verfügung. Die Stadt Frankfurt beabsichtigt hier keine Modernisierung. Gedruckte Medien werden nur bei absehbar hoher Verleihfrequenz beschafft. Die aktuellen Sachbuchbestände, soweit überhaupt vorhanden, sind hoffnungslos veraltet. Digitalisierung der öffentlichen Bibliotheken nur unter dem Aspekt von Einsparmöglichkeiten bei den Standorten – so sieht die Agenda der herrschenden Politik aus.
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