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12.06.2021
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Verdi: Pflegereform ist »missbrauchsanfällig«
Berlin. Kurz vor der geplanten Verabschiedung einer Pflegereform im Bundestag hat Verdi vor Enttäuschung bei den Pflegekräften gewarnt. »Es ist leider völlig offen, ob die für heute erwartete Verabschiedung einer gesetzlichen Regelung zu den Löhnen in der Altenpflege tatsächlich Wirkung entfaltet«, sagte Verdi-Chef Frank Werneke gegenüber dpa am Freitag. Der Pflegereform zufolge sollen Pflegebeschäftigte künftig nach Tariflöhnen bezahlt werden. Werneke kritisierte die Regelungen als »missbrauchsanfällig«.
Des weiteren soll der pflegebedingte Eigenanteil für die Heimbewohner sinken. Eine Beispielrechnung zeigt, was das bedeuten würde, wenn der Eigenanteil im Bundesdurchschnitt von 911 Euro liegt. Die Entlastung läge ab dem 1. Monat bei 45 Euro. Bei mehr als zwölf Monaten würde der Eigenanteil um 228 auf 683 Euro sinken. Bei mehr als 36 Monaten läge er bei 273 Euro. Dazu kommen unverändert Kosten unter anderem für Unterkunft und Verpflegung, so dass das gesamte Heimentgelt in dem Beispiel bei 1.510 Euro liegen würde. Kritik an den Plänen kam von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Im ersten Jahr der Reform werde sich die finanzielle Situation der 900.000 Pflegeheimbewohner gar nicht verbessern, sagte Vorstand Eugen Brysch. (dpa/jW)
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