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Marxismus

Losurdo-Preis

Hätte sich der 2018 verstorbene italienische Philosoph Domenico Losurdo träumen lassen, einmal Namensgeber eines akademischen Preises zu sein? Wahrscheinlich nicht, dafür war er nicht eitel genug. Aber es entspricht seinem wissenschaftlichen Rang. Deshalb hat nun die interuniversitäre Forschungsgruppe »Domenico Losurdo«, die zum Institut für Geisteswissenschaften der Universität Urbino »Carlo Bo« gehört, zusammen mit dem Istituto Italiano per gli Studi Filosofici, der Internationalen Gesellschaft Hegel-Marx für dialektisches Denken und der Zeitschrift Materialismo Storico einen Wettbewerb zur Verleihung von drei Preisen an junge Wissenschaftler (unter 40) ausgeschrieben. Höher als das Preisgeld – 1.000 Euro für den ersten Platz, 600 Euro für den zweiten und 400 Euro für den dritten – ist das Renommee, das der geisteswissenschaftliche Nachwuchs erringen kann. Prämiert werden unveröffentlichte Arbeiten im Geiste Losurdos, welche sich einem seiner Forschungsfelder widmen:

a) Von der klassischen deutschen Philosophie zu Marx: das schwierige Gleichgewicht zwischen Kritik und Legitimation der Moderne.

b) »Rassen«-Despezifikation, Chauvinismus und kultureller Essentialismus in der kolonialen Tradition und in den Ausgrenzungsprozessen in der kapitalistischen Metropole.

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c) Das Frauenproblem: Klassenkämpfe, Emanzipationsprozesse, Geschlechtsunterschiede.

Bewerber müssen ihre Abstracts bis zum 15. Juni 2021 eingereicht haben. (jW)

Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen unter: https://kurzelinks.de/Losurdo-Preis-2021

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.03.2021, Seite 11, Feuilleton

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