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Wirecard-Skandal: Marsalek offenbar V-Mann

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Eventuell kann der österreichische Geheimdienst Hinweise zum Verbleib geben: Öffentlichkeitsfahndung nach Jan Marsalek (Hamburg, 13.8.2020)

München. Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek war möglicherweise V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes. Dem Generalbundesanwalt »liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der österreichische Staatsangehörige Jan Marsalek von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde«, heißt es in der Antwort des Bundesjustizministeriums in Berlin auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi (Linke), über die die Süddeutsche Zeitung berichtet.

In der Antwort, die auch der dpa vorliegt, ergänzt das Ministerium: »Bislang haben sich keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die im Raum stehenden Kontakte Jan Marsaleks zum BVT den Tatbestand einer gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichteten geheimdienstlichen Agententätigkeit oder eines sonstigen in die Verfolgungszuständigkeit des Generalbundesanwalts fallenden Straftatbestands erfüllen könnten.« Laut Süddeutscher Zeitung wollte das österreichische Innenministerium, dem das BVT untersteht, keine Stellung nehmen. DIe Platzierung eines V-Manns in einem Dax-Unternehmen könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen erheblich belasten.

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De Masi sagte der Süddeutschen Zeitung: »Die Kanzlerin sollte schleunigst zum Telefon greifen und Sebastian Kurz fragen, was die Österreicher hier so treiben.« Der frühere Manager des insolventen Bezahldienstleisters Wirecard Marsalek ist seit Juni untergetaucht. Die Ermittler werfen Marsalek, dem früheren Vorstandschef Markus Braun und anderen Verdächtigen organisierten Bandenbetrug vor. Sie sollen mit gefälschten Bilanzzahlen über drei Milliarden Euro von Banken und Investoren erschwindelt haben. (dpa/jW)

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Erschienen am 30.10.2020, Inland

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