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Kolonialismus

In roter Farbe

In Italien wurde das Denkmal des bekannten Journalisten und Kriegsreporters Indro Montanelli in einem Park in Mailand am Wochenende mit roter Farbe und den Worten »Rassist« und »Vergewaltiger« beschmiert. Aktivisten fordern, das Denkmal zu entfernen. Montanelli (1909–2001) hatte in den 1930er Jahren als junger Offizier der italienischen Armee während der Eroberung Abessiniens (heutiges Gebiet Äthiopien und Eritrea) eine Kindbraut im Alter von zwölf oder 14 Jahren »gekauft«. Noch im hohen Alter bestand er darauf, dass daran nichts auszusetzen sei, da es den örtlichen Gepflogenheiten entspreche. Die linke Studentengruppe Rete Studenti Milano bekannte sich in einem Video zu der Tat. Sie nannte Montanelli »einen Kolonialisten, der die Sklaverei zu einem wichtigen Teil seiner politischen Tätigkeit gemacht hat«. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala schloss aus, die Statue zu entfernen. Er finde Montanellis Mangel an Reue zwar »verstörend«, nannte ihn aber einen Verfechter des unabhängigen Journalismus und der Pressefreiheit. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.06.2020, Seite 10, Feuilleton

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