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Aus: Ausgabe vom 01.10.2019, Seite 11 / Feuilleton
Deak

Berlin, deine Häfen

Von Dusan Deak

Es ist zu befürchten, dass der Berliner Flughafen (BER) tatsächlich im Oktober 2020 in Betrieb geht. Das suggerieren die am Freitag vor zwei Wochen durchgeführten und bestandenen TÜV-Sicherheitstests. Die Bedrohung ist durchaus real und wurde von Terrorexperten von »abstrakt« auf »roter Alarm« hochgestuft. Nach Berechnungen des in der Hauptstadt ansässigen Instituts für Flughafeneröffnungen (IFF) kann es sogar schon früher passieren.

Die vage Hoffnung ist, dass die Klimaerwärmung schneller als erhofft voranschreitet und die Flughafeneröffnungskata­strophe zeitlich hinausschieben oder gar verhindern kann. Dann wäre es angebracht zu überlegen, den Flughafen mit wenigen gezielten Handgriffen zum Berliner Hafen (BEH) umzurüsten und dort eine zweite Hamburger Philharmonie (als Ergänzung zum Seniorenerholungsgebiet »Görlitzer Park«) zu errichten. Falls auch noch die Polarkappen rechtzeitig schmelzen und der Wasserspiegel der Spree um geschätzte 30 Meter ansteigt, könnten selbst Schiffe von der Größe der »Titanic« oder »Harmony of the Seas« am BEH ankern.

Das dürfte jedoch die »R2G«-Hauptstadtverwaltung vor größere Herausforderungen stellen. Sie müsste die Anzahl der in Berlin ankommenden Schiffe auf ein vernünftiges Maß regulieren, um die Bevölkerung vor übermäßiger CO2- und Dieselabgasbelastung zu schützen. Wie man »Aida«- und »Queen Mary«-Schiffe sicher und wirksam durch die schmalen Spree-Kanäle lotst, könnte man im Rahmen einer Städtepartnerschaft mit Venedig lernen.

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