Gegründet 1947 Freitag, 15. November 2019, Nr. 266
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Aus: Ausgabe vom 05.08.2019, Seite 15 / Politisches Buch

Neu erschienen

Welttrends

Fritz Edlinger beschäftigt sich mit dem österreichischen Exkanzler Sebastian Kurz im Monatsjournal Welttrends. Der sei ein Politiker »neuen Typs« und der Grund dafür, dass Österreich als »Versuchsstation des Weltirrsinns« international »wieder Beachtung« finde. Kurz habe erkannt, dass mit den »alten christdemokratisch-sozialen Parteien (…) kein Staat mehr zu machen ist«. Die nötigen Bündnispartner suche er »rücksichts- und gesinnungslos« vor allem weit rechts – neuerdings etwa bei evangelikalen Gruppen. Sein Konzept ziele darauf, langfristig eine »Mehrheit rechts der Mitte zu schaffen«. Über »Dialog und Abschreckung aus Sicht Russlands« schreiben Rainer Böhme und Wilfried Schreiber. Sie konstatieren, dass angesichts der Dialogverweigerung des »Westens« auch in Russland »die Töne rauher« werden – insbesondere dann, wenn sich russische Militärs äußern. Auch die betonten allerdings, dass das oberste Ziel der weiterhin strikt defensiven Militärstrategie die Kriegsverhütung sei. Ergin Günes analysiert die türkische Syrien-Politik und erinnert daran, dass Ankara die syrische Regierung 2011 aufgefordert hatte, den Kurden im Norden des Landes »ihre Rechte zu gewähren«. Dann habe Erdogan versucht, die kurdischen Gebiete in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. Spätestens 2018 habe sich allerdings die »türkische Rojava-Politik in Richtung Vernichtung« verändert. (jW)

Welttrends. Das außenpolitische Journal, Nr. 154/August 2019, 72 Seiten, 4,80 Euro, Bezug: Welttrends, Medienhaus Babelsberg, August-Bebel-Str. 26– 52, 14482 Potsdam, E-Mail: bestellung@­welttrends.de

Rundbrief der BAG Antifaschismus

Karl-Heinz Gräfe schreibt über »russischen Emigrantenfaschismus im Zweiten Weltkrieg«. In den russischen antikommunistischen Emigranten habe das Naziregime ein »unverzichtbares politisches, geheimdienstliches und militärisches Potential für den Krieg gegen die Sowjetunion« gesehen. Im Sommer 1941 setzten die Emigrantenorganisationen alle Hebel in Bewegung, um sich am »Kreuzzug gegen den gottlosen Bolschewismus« beteiligen zu können. Vor allem im Hinterland der Front kam es, wie Gräfe schreibt, zu einer ausgedehnten Kollaboration mit den »deutschen Sicherheitsorganen«. Als die Sache schiefging, war bald für Anschlussverwendung gesorgt: Schon im Mai 1945 traf Boris Smyslowsky, einer der Führer der Emigranten, in Liechtenstein mit dem späteren CIA-Chef Allen Dulles zusammen. (jW)

Rundbrief der BAG Antifaschismus der Partei Die Linke, Nr. 1/2019, 40 Seiten, kostenlos, Bezug: AG Antifaschismus beim Bundesvorstand der Partei Die Linke, Kleine Alexanderstraße 28, 10178 Berlin, E-Mail: julia.wiedemann@die-linke.de

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