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Aus: Ausgabe vom 17.01.2019, Seite 11 / Feuilleton
Grammatik

Weil darf jetzt

Wenn Lehrer mit dem Rotstift wüten, liegen sie zumindest bei vermeintlichen Grammatikfehlern nicht immer richtig. Denn viele Varianten sind gebräuchlich. Dafür gibt es jetzt eine Online-Datenbank: Forscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben in sieben Jahren Arbeit einen Onlinekatalog »Variantengrammatik« geschaffen, der zeigt, welche grammatische Konstruktionen im deutschen Sprachraum gebräuchlich sind. »Bei der Rechtschreibung gibt es den Rat für deutsche Rechtschreibung als oberste Instanz, aber bei der Grammatik gibt es niemanden, der über richtig und falsch entscheidet«, so Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid von der Universität Zürich. Heißt es »an Ostern« oder »zu Ostern«? »Im Voraus« oder »zum Voraus«? Alle Varianten sind gebräuchlich. »Es ist ein berechtigtes Anliegen, wissen zu wollen, was falsch und was richtig ist«, sagt Dürscheid. »Aber Sprachgebrauch lässt viel Variation zu.« Heißt: Grammatische Formen, die sich für manche falsch anhören, sind anderswo gebräuchlich. (dpa/jW)

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