Aus: Ausgabe vom 07.07.2018, Seite 15 / Geschichte

Anno … 28. Woche

1943, 12./13. Juli: Auf einer Konferenz in Krasnogorsk bei Moskau wird von kriegsgefangenen deutschen Soldaten und Offizieren sowie kommunistischen deutschen Emigranten das Nationalkomitee Freies Deutschland gegründet. Das proklamierte Ziel ist die Schaffung eines »freien Deutschland« durch die Beendigung des Krieges und den Sturz des Hitlerregimes. Zum Präsidenten wird der Schriftsteller Erich Weinert gewählt.

1948, 15. Juli: Im unter französischer Aufsicht stehenden Saarland tritt eine eigene saarländische Staatsbürgerschaft (Nationalité sarroise) in Kraft. Bereits zuvor ist im November 1947 mit der Verabschiedung einer Verfassung der autonome Saarstaat gegründet worden, in dem Französische Francs und kurzzeitig auch »Saar-Franken« als Währung gelten. Im Zuge einer im März 1948 vollzogenen Zollunion kommt es zunächst zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, was die Zustimmung innerhalb der Bevölkerung bezüglich eines möglichen Anschlusses an Frankreich deutlich erhöht. Dennoch spricht sich weiterhin eine Mehrheit für die Zugehörigkeit zur Bundesrepublik aus. Nachdem sich Bonn und Paris 1954 schließlich mit dem Saarstatut auf eine Europäisierung der Saar geeinigt haben, eine Unterstellung des Gebiets unter die neugegründete Westeuropäische Union bei einer Volksabstimmung im Oktober 1955 aber mit 67,7 Prozent der Stimmen Ablehnung findet, wird das Saarland schließlich am 1. Januar 1957 als zehntes Bundesland Teil der Bundesrepublik.

1958, 14. Juli: Im Irak wird der probritische König Faisal II von der »Front der nationalen Einheit« gestürzt. Die Republik wird ausgerufen. Der von Abd Al-Karim Qasim geleitete Zusammenschluss besteht aus der bürgerlich-nationalen Istiklal-Partei, der Nationaldemokratischen Partei, der irakischen Baath-Partei und der Irakischen Kommunistischen Partei. In der Ende Juli verkündeten provisorischen Verfassung werden den Kurden erstmals gleiche Rechte zugestanden. Wenig später folgt eine Agrarreform. In Reaktion auf den Umsturz konzentrieren die USA und Großbritannien Truppen im benachbarten Jordanien. Es folgt eine Reihe von Putschversuchen, die aber alle scheitern. Im Februar 1963 übernimmt schließlich die Baath-Partei die Macht und lässt Qasim hinrichten.

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